RTR - Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH

Alternative Anbieter beim Telefonieren im Festnetz

Hier wollen wir Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten über das Festnetz alternativ zu telefonieren darstellen. Dabei handelt es sich um die Dienste Call by Call (Betreiberauswahl), Carrier Preselection (Betreibervorauswahl), den direkten Netzzugang, Calling Cards (Telefonwertkarten) und Einwahl über Mehrwertnummern.

Vor jeder Produktwahl sollten Sie sich allerdings folgende Fragen stellen:

  • Wie setzen sich meine Telefonkosten zusammen?
  • Wohin telefoniere ich am meisten?
  • Wie lange sind meine Gespräche?
  • Bin ich zu einer Mindestvertragsdauer verpflichtet?
  • Gibt es einen Mindestumsatz, der mir jedenfalls in Rechnung gestellt wird, obwohl ich vielleicht gar nicht in diesem Ausmaß telefoniert habe?
  • Wie sind die Kündigungsfristen und -termine?
  • Muss ich eine Grundgebühr bezahlen?
  • Kann ich alle Rufnummern mit dem neuen Betreiber erreichen?
  • Wie hoch sind allfällige Herstellungskosten?
  • Will ich nur über einen oder über mehrere Netzbetreiber telefonieren?
  • Wie hoch sind allfällige jährliche Entgelte?


Diese Informationen finden sich unter anderem auf den Webseiten der jeweiligen Betreiber, insbesondere in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Entgeltbestimmungen. Bei der Analyse des eigenen Bedarfs ist ein Blick in einen aktuellen Einzelentgeltnachweis hilfreich.

Call by Call (Verbindungsnetzbetreiberauswahl)
Die Voraussetzung für so genannte Call by Call-Gespräche ist ein vorhandener Telefonanschluss bei A1 Telekom Austria AG. Als Kunde der A1 Telekom Austria AG haben Sie die Möglichkeit, einen alternativen Telefonbetreiber auszuwählen, um über diesen Call by Call-Gespräche zu führen. Dazu wählen Sie vor jedem Telefonat die vierstellige Ziffernkombination (10xx) des alternativen Telefonbetreibers. Diese Ziffernkombination nennt man Verbindungsnetzbetreiberkennzahl. Es können auch Vorwahlen mehrerer Betreiber verwendet werden. Sie bekommen bei Nutzung von Call by Call immer eine Rechnung der A1 Telekom Austria AG. Die A1 Telekom Austria AG verrechnet die Grundgebühr und die Entgelte für Gespräche zu bestimmten Rufnummern (zB Auskunft, Mehrwertnummern etc). Zusätzlich werden die genutzten alternativen Betreiber die Gesprächsentgelte in Rechnung stellen.

Momentan müssen nur bei Anschlüssen der A1 Telekom Austria AG Call by Call-Gespräche möglich sein.

Carrier Preselection (Verbindungsnetzbetreibervorauswahl)
Entscheiden Sie sich für Carrier Preselection, so werden alle Gespräche automatisch über einen alternativen Betreiber geführt. Im Gegensatz zu Call by Call muss keine Verbindungsnetzbetreiberkennzahl (10xx) mehr vorgewählt werden, da die entsprechende Vorwahl voreingestellt ist. Wenn Sie die Rufnummer „06210000“ wählen, hören Sie, über welchen Anbieter Sie im Moment telefonieren. Beachten Sie, dass Sie u.U. einen Ihnen völlig unbekannten, dritten Betreiber angesagt bekommen. Dies ist dann der Fall, wenn der neue Betreiber eine Kooperation mit diesem dritten Anbieter hat und dieser aus technischer Sicht den Telefondienst erbringt.
Carrier Preselection kann – ebenso wie Call by Call - nur bei einem bestehenden Telefonanschluss der A1 Telekom Austria AG genutzt werden.

Auch wenn alle Ihre Telefonate automatisch über einen alternativen Betreiber geführt werden, werden Verbindungen zu manchen Rufnummern (Auskunft, Mehrwertdienste etc) sowie die Grundgebühr weiterhin von der A1 Telekom Austria AG verrechnet. Bei Carrier Preselection bekommen Sie daher immer eine Rechnung von A1  Telekom Austria AG und eine über die Gesprächsentgelte vom alternativen Betreiber.

Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung bzw. direkter Netzzugang
Unter der Teilnehmeranschlussleitung (TASL) versteht man die Leitung zwischen der Telefonsteckdose (Netzabschlusspunkt) beim Teilnehmer und der zugehörigen Vermittlungsstelle. Wollen alternative Betreiber (aber auch Internet Service Provider) ihre Kunden mit „eigenen“ Leitungen an ihr Netz anbinden, so besteht die Möglichkeit, Leitungen im Netz der A1 Telekom Austria AG von dieser zu mieten. Diese Miete der Teilnehmeranschlussleitung wird als „Entbündelung“ der TASL bezeichnet.
Dadurch hat der Kunde nur einen Vertragspartner und erhält auch nur eine Rechnung. Daneben sind noch andere direkte Anbindungen beispielsweise über Kabelnetzbetreiber möglich. Weitere Informationen zum Thema „Entbündelung“ finden Sie hier.

Achtung: Das Wählen einer Verbindungsnetzbetreiberkennzahl (Call by Call) oder Carrier Preselection ist momentan weder bei entbündelten Leitungen noch beim direkten Netzzugang möglich.

Calling Cards (Telefonwertkarten)
Bei der Nutzung von Telefonwertkarten gibt es zwei Möglichkeiten für die Abrechnung:
Entweder ist auf der Telefonwertkarte ein Guthaben vorhanden, von dem die Kosten für die Gespräche abgebucht werden, oder die Telefonate werden über eine extra Rechnung abgerechnet. Wenn Sie eine Telefonwertkarte verwenden möchten, müssen Sie die auf der Wertkarte angegebene Rufnummer wählen. Diese kann sowohl kostenfrei als auch kostenpflichtig sein. Bei einer kostenpflichtigen Einwahlnummer kostet neben dem tatsächlich geführten Telefonat auch die Verbindung zur Einwahlnummer etwas. Nach Eingabe eines auf der Telefonwertkarte aufgedruckten Codes können Sie schließlich die gewünschte Rufnummer wählen.

Telefonwertkarten sind günstig für Telefonate ins Ausland oder wenn von Hotels oder Telefonzellen aus telefoniert wird. Teilweise können Telefonwertkarten auch von Mobiltelefonen benutzt werden.

Beispiel Calling Card:
Herr X. besitzt nur ein Handy. Die Gespräche vom Mobiltelefon zu seiner Schwester in Brasilien sind teuer. Er kauft sich eine Telefonwertkarte, mit der diese Telefonate billiger geführt werden können. Die Einwahl erfolgt über eine Wiener Rufnummer (01/12345xx). Wenn er nun mit der Wertkarte zu seiner Schwester telefoniert, wird von seiner Telefonwertkarte das Entgelt für die Gespräche nach Brasilien abgebucht. Zusätzlich müssen dem Mobilfunkbetreiber die Entgelte für die Gespräche zur Wiener Rufnummer (der Einwahlnummer) bezahlt werden. Würde die Einwahl über eine kostenfreie Rufnummer (0800/1234xx) erfolgen, hätte er an seinen Mobilfunkbetreiber nichts zu bezahlen.| Aber Achtung: Wird das Mobiltelefon im Ausland verwendet können für die innerhalb Österreichs kostenfreie Rufnummer (0800/1234xx) noch zusätzlich Roamingentgelte verrechnet werden. Dies gilt natürlich auch für die Einwahl über eine geografische, z.B. Wiener Rufnummer.


Einwahl über Mehrwertnummern
Es gibt auch die Möglichkeit, über Mehrwertnummern (0810xx, 0820xx und 0900xx) kostengünstig zu telefonieren. Die Anbieter von solchen Diensten sehen für jede Tarifzone eine eigene Mehrwertnummer vor. Darüber hinaus fallen keine Entgelte an. Die Abrechnung erfolgt über die normale Telefonrechnung. Für die Nutzung muss nur die entsprechende Mehrwertnummer und danach die gewünschte Rufnummer gewählt werden. Ein Nachteil ist, dass das Entgelt auch dann anfällt, wenn der gewünschte Teilnehmer nicht erreicht werden kann.

Der Dienst wird sowohl für das Festnetz als auch für Mobiltelefone angeboten.

Beispiel Einwahl über Mehrwertnummer:
Herr Y. will seine Schwester in Shanghai anrufen. Er wählt sich über die Rufnummer für Shanghai 0900/1234xx ein. Danach wählt er die Rufnummer seiner Schwester. Am Anfang der Verbindung wird jener Tarif, der verrechnet wird, kostenlos bekannt gegeben. Herr Y. muss an seinen Betreiber nur diesen Tarif bezahlen. Manchmal hebt Herrn Y.´s Schwester nicht ab. Da jedoch ab Ende der Tarifansage die Tarifierung läuft, muss Herr Y. auch für die Wartezeit bezahlen. Der Anbieter des Einwahlservices finanziert sich dadurch, dass ein Teil des von Herrn Y. an seinen Betreiber bezahlten Geldes an ihn weitergegeben wird.


Einwahl über Mehrwertnummern
Es gibt es auch die Möglichkeit, über Mehrwertnummern (0810xx, 0820xx und 0900xx) kostengünstig zu telefonieren. Die Anbieter von solchen Diensten sehen für jede Tarifzone eine eigene Mehrwertnummer vor. Darüber hinaus fallen keine Entgelte an. Die Abrechnung erfolgt über die normale Telefonrechnung. Für die Nutzung muss nur die entsprechende Mehrwertnummer und danach die gewünschte Rufnummer gewählt werden. Ein Nachteil ist, dass das Entgelt auch dann anfällt, wenn der gewünschte Teilnehmer nicht erreicht werden kann.

Der Dienst wird sowohl für das Festnetz als auch für Mobiltelefone angeboten.

Beispiel Einwahl über Mehrwertnummer:
Herr Y. will seine Schwester in Shanghai anrufen. Er wählt sich über die Rufnummer für Shanghai 0900/1234xx ein. Danach wählt er die Rufnummer seiner Schwester. Am Anfang der Verbindung wird jener Tarif, der verrechnet wird, kostenlos bekannt gegeben. Herr Y. muss an seinen Betreiber nur diesen Tarif bezahlen. Manchmal hebt Herrn Y.´s Schwester nicht ab. Da jedoch ab Ende der Tarifansage die Tarifierung läuft, muss Herr Y. auch für die Wartezeit bezahlen. Der Anbieter des Einwahlservices finanziert sich dadurch, dass ein Teil des von Herrn Y. an seinen Betreiber bezahlten Geldes an ihn weitergegeben wird. |