RTR - Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH

Mobiltelefonierer - Roaming

Telefonieren mit dem Handy oder die Nutzung von mobilen Datendiensten (Internet, E-Mail) bedeutet Erreichbarkeit und Mobilität im Inland und im Ausland. Sie sind überall erreichbar, können überall telefonieren, Ihre E-Mails abrufen und Internetdienste nutzen. Vergessen wird dabei häufig, dass der Gebrauch des Mobiltelefons oder mobiler Datendienste im Ausland immer noch sehr teurer sein kann. Während in der Europäischen Union nach Einführung der EU-Roaming-Verordnung die Preise für Sprachroaming bereits durchaus erschwinglich sind, können für die Nutzung mobiler Datendienste im Ausland immer noch extrem hohe Kosten anfallen.

Unter "Roaming" versteht man die Verwendung fremder (meist ausländischer) Netze bei der Nutzung von Mobilfunk. Verträge zwischen österreichischen und ausländischen Mobilfunkbetreibern machen es möglich, dass mit österreichischen Handys auch im Ausland telefoniert oder ein mobiler Internetzugang auch im Ausland genützt werden kann. Die Abrechnung der Verbindungen im Ausland (Roaming-Entgelte) erfolgt jedoch nicht über den jeweiligen ausländischen Netzbetreiber, sondern über Ihren österreichischen Betreiber.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen, worauf bei der Nutzung des Handys oder mobiler Datendienste im Ausland und in grenznahen Gebieten geachtet werden soll.

Telefonieren im Ausland

a) Sie rufen vom Ausland aus an: Das Telefonat wird vom ausländischen Netzbetreiber aufgebaut und über Ihren österreichischen Mobilfunkbetreiber bezahlt. Für die Nutzung seines Mobilfunknetzes verrechnet der ausländische Betreiber Ihrem Betreiber ebenfalls Entgelte, so genannte Vorleistungsentgelte. Sie bezahlen im Ausland aktive Roamingentgelte je nach vertraglicher Vereinbarung mit Ihrem österreichischen Mobilfunknetzbetreiber.

b) Sie werden im Ausland angerufen: Für den Anrufer kostet das Gespräch - da er ja nicht weiß, wo Sie sich gerade aufhalten - so viel, als ob Sie in Österreich wären. Die Zusatzkosten, die dadurch entstehen, dass Sie im Ausland sind, werden Ihnen mit Ihrer Mobiltelefonrechnung verrechnet. Sie zahlen also im Ausland auch dann, wenn Sie angerufen werden. Diese Entgelte werden als passive Roamingentgelte bezeichnet.

Mobile Datendienste im Ausland nutzen

Die Verwendung von mobilen Datendiensten über Datenkarten, USB-Modems oder das Mobiltelefon im Ausland wird immer beliebter. Dabei wird häufig vergessen, dass es sich dabei auch um Nutzung von Mobilfunkdiensten handelt, bei welchen genauso wie beim Telefonieren hohe zusätzliche Kosten für das Roaming anfallen. Gerade die Nutzung von mobilen Datendiensten im Ausland verlangt besondere Vorsicht hinsichtlich der Kosten. Für die verbrauchten Dateneinheiten sind in den Tarifbestimmungen der Mobilfunkbetreiber einerseits teils noch sehr hohe Entgelte vorgesehen. Ein allenfalls bestehendes monatlich inkludiertes Datenvolumen kommt im Ausland grundsätzlich nicht zur Anwendung. Andererseits können bestimmte Konfigurationen wie z.B. eine eingerichtete automatische E-Mail-Abfrage oder automatische Update-Dienste beim Handy oder Notebook etc., die unbemerkt Datentransfers verursachen, sehr hohe Roamingkosten verursachen. Vor einem Auslandsaufenthalt ist es daher ratsam, sich über die Roamingkosten zu erkundigen und die Konfigurationen am benutzen Endgerät zu überprüfen. Während des Aufenthaltes ist auf eine sorgsame Nutzung der Datendienste zu achten. Oft bestehen auch alternative Nutzungsmöglichkeiten, wie z.B. die Nutzung von WLAN im Hotel oder von HotSpots. Auch hier sollte man sich vorab darüber informieren, ob und in welcher Höhe Kosten anfallen.

Durch die Roaming-Verordnung ist zumindest in den Mitgliedstaaten der EU eine Verbesserung für die Nutzer von mobilen Datenroamingdiensten eingetreten. Eine verpflichtende Kostenkontrollfunktion soll vor überraschend hohen Roamingkosten schützen. Details zur Kostenkontrolle für Datenroamingdienste finden Sie hier.

Mailbox im Ausland

Bei Auslandsaufenthalten kann besonders die Rufumleitung zur Mailbox sehr kostspielig sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mailbox zu programmieren:

a) Mailbox nicht aktiviert: Der Anrufer wird bei Nichterreichbarkeit, Nichtmelden oder Besetztzeichen nicht auf die Mailbox umgeleitet. Da der Anrufer keine Nachricht hinterlassen kann, entstehen für beide Seiten keine Kosten. Welche Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Mailbox tatsächlich deaktiviert ist, kann je nach Betreiber und genutztem Produkt unterschiedlich sein. Um sicherzustellen, dass tatsächlich die Mailbox nicht aktiviert ist und daher auch keine Kosten anfallen, empfiehlt es sich, genaue Informationen beim Betreiber einzuholen.

b) Unbedingte Umleitung zur Mailbox: Alle einlangenden Anrufe werden zur Mailbox weitergeleitet. Sie zahlen dafür nichts, sind aber nicht erreichbar. Für das Abrufen der Mailbox im Ausland fallen Roamingentgelte an. Genaue Informationen zur Einstellung einer unbedingten Rufumleitung erhalten Sie ebenfalls bei Ihrem Betreiber.

c) Bedingte Umleitung zur Mailbox (Umleitung bei Nichtmelden, bei Nichterreichbarkeit, bei Besetztzeichen – der übliche Fall): Der Anruf wird zunächst in das Netz geleitet, in dem Sie sich befinden. Wenn Ihr Handy nicht erreichbar ist, wird der Anruf wieder zur Mailbox (nach Österreich) zurückgeleitet und der Anrufer kann eine Nachricht hinterlassen.

Befinden Sie sich in Österreich, ist die bedingte Umleitung die praktischste Variante. Alle Anrufe werden zunächst zu Ihrem Handy durchgestellt. Wenn Sie nicht erreichbar sind, können die Anrufer auf die Mailbox sprechen. Kosten fallen dabei nur für den Anrufer an.

Sind Sie aber im Ausland, ist Vorsicht geboten, denn dann kostet die bedingte Umleitung doppelt. Das Telefonat wird zuerst ins Ausland und - wenn Sie nicht abheben, nicht erreichbar sind oder besetzt ist - wieder zurück nach Österreich zur Mailbox geführt. Den "doppelten Weg" zahlen Sie.

Durch eine neue Bestimmung in der Roaming-Verordnung gilt jedoch innerhalb der EU ab 1. Juli 2010 anderes:

Ab 1. Juli 2010 dürfen Mobilfunkbetreiber für den Empfang einer Voice-Mail-Roamingnachricht – also für den Empfang einer Sprachnachricht keine Entgelte mehr verrechnen. Für das Abhören einer solchen Nachricht können jedoch weiterhin die vereinbarten Roamingentgelte verrechnet werden. Nähere Informationen sowie zum Thema Roaming in der Europäischen Union finden Sie hier.

Es wird davon abgeraten, eine bedingte Rufumleitung zu verwenden, wenn man sich nicht im Inland oder außerhalb der EU aufhält. Auch wenn Sie die Mailbox deaktiviert haben, können meist Nachrichten hinterlassen werden, indem der Anrufer eine andere Nummer wählt. Mit derselben Rufnummer und unter Eingabe eines Zugangscodes (z.B. in den Kaufunterlagen enthalten) kann die Mailbox auch - z.B. vom Festnetz aus - abgerufen werden. Informationen dazu kann Ihnen Ihr Betreiber geben.

In der Regel sind die von den österreichischen Mobilfunkbetreibern ausgelieferten SIM-Karten standardmäßig mit einer bedingten Rufumleitung auf die Mailbox voreingestellt. Andere Einstellungen der Mailbox oder eine Deaktivierung müssen daher vom Benutzer selbst veranlasst werden. Die Möglichkeiten zur Änderung dieser Einstellungen können je nach Betreiber und gewähltem Produkt – hier ist vor allem auf Unterschiede zwischen Vertrags- und Wertkartenhandy zu verweisen – variieren. Bei manchen Produkten können auch Kosten für die Deaktivierung bzw. neuerliche Aktivierung der Mailbox anfallen; bei einzelnen Wertkartenprodukten besteht die Möglichkeit der Deaktivierung der Mailbox gar nicht.  

Netzinterne Gespräche/Freiminuten

Die günstigen Tarife für netzinterne Gespräche oder bestimmte Rufnummern gelten im Ausland nicht. Bei Telefonaten, die im Ausland geführt werden, fallen Roaming-Entgelte an. Ebenso können bei Anrufen im Ausland die in Österreich gültigen Freiminuten nicht genutzt werden.

Unbeabsichtigtes Roaming im grenznahen Gebiet

In grenznahen Gebieten kann es aufgrund von Überreichweiten ausländischer Mobilfunkstationen bzw. geografischer Gegebenheiten dazu kommen, dass sich ein Mobiltelefon oder eine Datenkarte/USB-Modem – konkret die SIM-Karte – in ein ausländisches Mobilfunknetz einbucht. Dies ist dann möglich, wenn sich das Mobiltelefon oder die Datenkarte zugleich in Reichweite einer Sendestation Ihres Mobilfunkbetreibers und der eines ausländischen Mobilfunkbetreibers befindet. In grenznahen Gebieten ist daher bei Nutzung von mobilen Datendiensten besondere Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich zunächst – wenn das möglich ist - die Einstellung "manuelle Netzwahl" zu wählen. Es kann jedoch auch sein, dass die einmal getroffene Einstellung "manuelle Netzwahl" nicht dauerhaft eingerichtet bleibt. Auch aus diesem Grund ist es zusätzlich erforderlich, die Netzanzeige am Display des Mobiltelefons oder in der Verbindungssoftware zu kontrollieren. Vielfach besteht auch die Möglichkeit, eine Roamingsperre einzurichten. Informationen über die Möglichkeit einer Roamingsperre erhalten Sie bei Ihrem Betreiber.

Calling Cards (Telefonwertkarten)

Calling Cards können im Ausland sinnvolle Alternativen für aktive Gespräche sein. Verwendet man eine Calling Card mit dem Mobiltelefon, ist besonders auf die zu verwendende Einwahlnummer zu achten. Oft sind diese nämlich nicht kostenfrei, obwohl es auf den ersten Blick so aussieht. Rufnummern, die üblicher Weise innerhalb eines Landes kostenfrei sind, müssen nämlich nicht notwendiger Weise auch für ausländische Mobiltelefone kostenfrei sein. Wollen Sie daher eine Calling Card im Ausland verwenden, erkundigen Sie sich vorab. Am besten schriftlich unter Angabe der konkreten Einwahlnummer. Ihr Betreiber kann Sie dann informieren, ob diese Einwahlrufnummer im jeweiligen Ausland kostenfrei ist bzw. welche Kosten zu rechnen ist.

Tipps für das Telefonieren im Ausland

  • Erkundigen Sie sich vor Ihrem Auslandsaufenthalt bei Ihrem Betreiber über die Entgelte für aktive und passive (entgegengenommene) Telefonate, SMS und Datendienste. Beachten Sie, dass man im Ausland meist zwischen mehreren Netzbetreibern mit unterschiedlichen Tarifen wählen kann.
  • Bei den meisten Anbietern ist das passive Roamen, also wenn man angerufen wird, billiger als das Aktiv-Roaming.
  • Machen Sie sich vor dem Auslandsaufenthalt mit den Konfigurationsmöglichkeiten Ihres Mobiltelefons vertraut und erkundigen Sie sich bei Ihrem Betreiber insbesondere auch über die Einstellung der "manuellen Netzauswahl". Nur so können Sie das jeweils günstigste Netz auswählen bzw. sicher gehen, ob eine einmal getroffene Einstellung "manuelle Netzwahl" am Mobiltelefon dauerhaft eingerichtet bleibt oder nach einer bestimmten Zeit automatisch aufgehoben wird. Teilweise sind die von den österreichischen Betreibern ausgegebenen SIM-Karten so programmiert, dass bestimmte ausländische Netze bevorzugt ausgewählt werden.
  • Beachten Sie, dass beim Roaming je nach gewähltem Betreiber oft unterschiedliche Taktungen anfallen können. Die Taktung kann erhebliche Auswirkungen auf die letztendlich zu bezahlenden Entgelte haben und sollte daher besonders beim Roaming berücksichtigt werden. Welche Taktungen bei dem von Ihnen gewählten Tarif im Roamingfall zur Anwendung kommen können, ist in der Regel in den Entgeltbestimmungen Ihres Betreibers geregelt. Nähere Informationen zur Taktung finden Sie hier.
  • Bei regelmäßigen Auslandsaufenthalten ist es schon vor Vertragsabschluss mit dem österreichischen Mobilfunkbetreiber sinnvoll, sich zu erkundigen, ob besonders günstige Roamingtarife oder Pauschalpakete für "Vielreisende" angeboten werden.
  • Überlegen Sie sich bei längeren Auslandsaufenthalten den Kauf einer lokalen (ausländischen) SIM-Karte. Mit dieser lässt es sich wesentlich günstiger telefonieren. Beachten Sie aber, dass Sie dann eine neue, ausländische Rufnummer haben und unter der österreichischen Mobilfunkrufnummer (momentan) nicht erreichbar sind. Um eine ausländische SIM-Karte mit Ihrem österreichischen Mobiltelefon verwenden zu können, darf dieses keinen "SIM-Lock" haben. Meist sind österreichische Mobiltelefone nämlich für alle Betreiber außer für das "Heimatnetz" gesperrt.
  • Es muss nicht immer das Handy sein: Gerade zum Telefonieren gibt es eine Reihe von kostengünstigen Alternativen. Benützen Sie im Ausland Call Shops öffentlichen Sprechstellen oder VOIP-Dienste über lokale W-LAN-Schnittstellen (z.B. im Hotel).