• Bereich
    Medien
  • Datum
    08.04.2020

KommAustria und RTR Medien setzen Vergabe von Hilfsmitteln der Bundesregierung für Tages- und Wochenzeitungen sowie für privaten Rundfunk schnell und unbürokratisch um

Antrag für Druckkostenhilfe online, Sondermittel für Rundfunkfonds in reguläres Antragsverfahren integriert, Vertriebsförderungen für Tages- und Wochenzeitungen werden automatisch angepasst

Die RTR-Meldestelle für Rufnummernmissbrauch verzeichnete in den letzten Tagen wieder gehäuft Beschwerden zu Betrugsanrufen. Ziel ist, den Angerufenen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ihre persönlichen Daten zu entlocken. Verwendet werden aktuell die Vorwahlbereiche 0681 und 0650, aber auch ausländische Nummern wie +44 (Großbritannien). Allerdings ändern sich die Nummern laufend.


Betrugsmasche Wein-Vorlieben: „Haben Sie lieber einen Roten oder einen Weißen?“

Bei den der RTR jüngst gemeldeten Betrugsanrufen werden die Angerufenen nach ihren persönlichen Wein-Vorlieben gefragt.  „Sagen Sie uns, was Sie gerne trinken, und nennen Sie uns Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten, dann erhalten Sie von uns als Belohnung eine Überraschung“, skizziert Dr. Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post das Betrugsszenario und ergänzt:“ Gegenwärtig ist man für Betrügereien vielleicht noch anfälliger als sonst, da in Zeiten von Social Distancing das Bedürfnis nach Abwechslung und Interaktionsmöglichkeiten sicherlich ein besonders hohes ist.“


Betrugsmasche Stromanbieter

Die RTR-Meldestelle für Rufnummernmissbrauch verzeichnet weiters Beschwerden zu Anrufen fingierter Energieversorgungsunternehmen. Indem ein attraktives Strom-Angebot in Aussicht gestellt wird, sollen den Angerufenen persönliche Daten abgerungen werden. Auch im Internet tauchen laufend Gewinnspiele und Überraschungen auf, die beispielsweise angeblich von großen Handelsmarken angeboten werden. Auch hier rät die RTR nicht zu reagieren.


RTR empfiehlt: persönliche Daten an unbekannte Personen im Zweifel nicht weitergeben

Bei der Weitergabe von persönlichen Daten, Codes und Ähnlichem über das Telefon, Social Media oder auf Online-Portalen sollte man generell vorsichtig sein.

„Die unüberlegte Weitergabe seiner persönlichen Daten an einen unbekannten und daher nicht vertrauenswürdigen Empfänger kann ziemlich ins Auge gehen. Selbst bei Anrufen von bekannten und vertrauenswürdigen Unternehmen sollte man vorsichtig sein. Man kann sich auch hier nie ganz sicher sein, ob nicht ein Betrüger unter falschem Namen anruft. Es lässt sich absolut nicht einschätzen, ob mit weitergegeben Daten in weiterer Folge nicht Schindluder getrieben wird“, warnt Steinmaurer eindringlich.


Gefälschte Rufnummern machen eine Ausforschung der Täter unmöglich

„Bei Anrufen mit betrügerischer Absicht werden fast immer gefälschte inländische wie ausländische Rufnummern verwendet. Die Urheber lassen sich daher nur in den seltensten Fällen ausfindig machen – ähnlich wie bei einem Brief mit gefälschtem oder ohne Absender“, erläutert Steinmaurer die Hintergründe. „Auf welche Weise die Auswahl der Rufnummern, die angerufen werden, erfolgt, ist uns nicht bekannt. Vermutlich werden gleichzeitig und vollkommen wahllos computerunterstützt generierte Rufnummern angewählt“, so Steinmaurer abschließend.


Rufnummern-Missbrauch unter rufnummernmissbrauch.at melden

Rufnummernbereiche, die missbräuchlich verwendet werden, werden unter rufnummernmissbrauch.at gelistet. Dort finden Sie auch ein Formular, mit dem Sie uns verdächtige Nummern melden können. Damit können wir die Liste der betroffenen Vorwahlen immer aktuell halten, rechtzeitig Wellen von belästigenden oder betrügerischen erkennen und die Öffentlichkeit informieren.


Über die RTR

Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) steht zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes. Ihre Kernaufgaben sind die Förderung des Wettbewerbs im Rundfunk-, Telekommunikations- und Postmarkt sowie die Erreichung der im KommAustria- und Telekommunikationsgesetz definierten Ziele. Sie wird von zwei Geschäftsführern geleitet und ist in die beiden Fachbereiche „Medien“ (Oliver Stribl) sowie „Telekommunikation und Post“ (Klaus M. Steinmaurer) gegliedert. Weitere Informationen sind unter www.rtr.at veröffentlicht.

Mit Änderungen des KommAustria-Gesetzes und des Presseförderungsgesetzes 2004, hat der Nationalrat am Freitag, dem 3. April, Hilfspakete der Bundesregierung für Medieninhaber von Tages- und Wochenzeitungen sowie für kommerzielle und nicht-kommerzielle Radio- und Fernsehveranstalter beschlossen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krisensituation auf diese Medien abzufedern. Die Medienbehörde KommAustria und der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien), sind mit der Abwicklung betraut und haben entsprechende Maßnahmen schnell und unbürokratisch getroffen.

Die Mittel des bei der RTR Medien eingerichteten und mit jährlich 20 Millionen Euro ausgestatteten Privatrundfunkfonds werden gemäß der außerordentlichen Fördermaßnahme heuer um weitere 15 Millionen Euro erhöht. Der ebenfalls in der Zuständigkeit der RTR Medien befindliche nichtkommerzielle Rundfundfonds wird von drei Millionen Euro auf 5 Millionen Euro aufgestockt. Die Sonderförderungen können bereits im Zuge des regulären, zweiten Antragstermins der beiden Fonds am XX. Mai beantragt werden. Entsprechende Anpassungen der schon im vergangenen Jahr deutlich vereinfachten Online-Anträge auf dem Service-Portal eRTR werden bereits umgesetzt.

Die Sondermittel für Tages- und Wochenzeitungen zahlt die Medienbehörde KommAustria über die Presseförderung aus. Die Inhaber von Tageszeitungen erhalten als außerordentliche Fördermaßnahme einen Druckkostenbeitrag von 3,25 Euro pro Exemplar der durchschnittlichen Druckauflage ihres Blattes. Zugrunde gelegt werden die Zahlen des Vorjahres. Der Druckkostenbeitrag kann ab sofort bis zum 3. Mai 2020 bei der KommAustria beantragt werden. Dazu steht auf dem Service-Portal eRTR unter dem Punkt Presseförderung ein eigens programmiertes Web-Formular zur Verfügung.

Darüber hinaus werden die Mittel der ausschließlich Kauftiteln vorbehaltenen Vertriebsförderung für Tages- und Wochenzeitungen für das Jahr 2020 um gut 5,8 Millionen Euro auf insgesamt rund 9,7 Millionen Euro erhöht und auf die bereits in der regulären Antragsfrist bis Ende März gestellten Förderanträge umgelegt.

Alle Anträge sind ausschließlich online über das Service-Portal eRTR einzureichen. Über das Angebot entsprechender Einschulungen für Vertreterinnen und Vertreter der Tages- und Wochenzeitungen werden die Medieninhaber zeitnah informiert.