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Notrufrouting

Wird in Österreich ein Notruf gewählt, so wird dieser Notruf zur örtlich zuständigen Notrufleitstelle vermittelt. Dies bedeutet, dass im Falle eines Notrufs zur Rettung (144), der Notruf zu jener Rettungsleitstelle zugestellt wird, die für das örtliche Gebiet zuständig ist, aus dem der Notruf abgesetzt wurde. Die Festlegung, welche Notrufleitstelle für welches Gebiet zuständig ist, wird vom Bescheidinhaber der jeweiligen Notrufnummer getroffen – im Falle von 144 ist dies Ländersache und liegt die Zuständigkeit bei der Landeshauptfrau bzw. dem Landeshauptmann.

Unter Notrufrouting ist genau diese Zustellung von Notrufen in Abhängigkeit vom Anruferstandort zu verstehen. Dies ist die Grundlage für eine rasche Hilfeleistung durch die örtlich zuständige Notrufleitstelle.

Das bedeutet, dass Kommunikationsnetz- aber auch Kommunikationsdienstebetreiber dafür Sorge zu tragen haben, dass Notrufe in Abhängigkeit vom Anruferstandort geroutet werden. Dazu ist in der KEM-V 2009 vorgegeben, dass die vom Bescheidinhaber (Inhaber der jeweiligen Notrufnummer) diesbezüglich gemachten Vorgaben von den Betreibern, soweit technisch möglich, umzusetzen sind.

Bisher baut das System darauf auf, dass jeder Bescheidinhaber einer Notrufnummer seine Routingvorgaben allen Betreibern kommuniziert und diese die Routing­vorgaben, soweit technisch möglich, in ihren Netzen umsetzen. Die Betreiber haben weiters die Verpflichtung technisch nicht umsetzbare Routingvorgaben an die Bescheidinhaber zurückzumelden, damit in betroffenen Leitstellen entsprechende organisatorische Maßnahmen vorgesehen werden können.

Da dieses System nur teilweise in die Praxis übernommen wurde und Ortsnetzgrenzen unabhängig von politischen Grenzen definiert sind, kommt es immer wieder zu Problemen im Zusammenhang mit fehlgeleiteten Notrufen, d.h. Notrufen, die nicht zur korrekten örtlich zuständigen Leitstelle zugestellt werden. Daher wurde nach Diskussionen mit betroffenen Leitstellen und Betreibern vorliegendes Konzept für das Routing von Notrufen in Österreich erarbeitet. Kern dieses Konzeptes ist die Ergänzung der Empfehlung EP011 um zwei Varianten (Variante 3 und 4) am Zusammen­schaltungspunkt zwischen Netzbetreibern, die im Rahmen des Arbeitskreises für technische Koordination für öffentliche Kommunikationsnetze und -dienste (AK-TK) erstellt wurde.

Die Publikation „Notrufrouting in öffentlichen Netzen“ steht nachfolgend ebenso zum Download zur Verfügung wie die im Dokument erläuterten Shape-Files. Diese können von Betreibern als Basis für ein korrektes Notrufrouting eingesetzt werden.

  • Handbuch Notrufe – Band 1 „Notrufrouting in öffentlichen Netzen“ (PDF)
  • Karte zu ef-Gebieten – hohe Genauigkeit
  • Karte zu ef-Gebieten – geringere Genauigkeit mit max. 30 Punkten pro Shape
  • Shape Files