Maria Theresia - Majestät und Mutter

Bild zu Maria Theresia - Majestät und Mutter
Copyright: ORF/Roman Zach-Kiesling
KategorieDokumentation
ProduzentInterspot Film-Gesellschaft m.b.H.
Gesamtherstellungskosten€ 456.964,00
Fördersumme€ 112.500,00
FörderinstitutionenFERNSEHFONDS AUSTRIA, Land Niederösterreich
FernsehsenderORF (Österreichischer Rundfunk), ARTE, ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen), CT (Ceská Televize)
Länge52 Minuten
Jahr2017 (1. Antragstermin)

Die Habsburgerin Maria Theresia ist eine geradezu ikonografische Frauengestalt in der Geschichte Europas. In ihrer 40jährigen Regentschaft führte sie mehrere große Kriege, stieß aber auch in der Zeit des Übergangs von Absolutismus zur Aufklärung eine Vielzahl von Reformen an. Gleichzeitig gilt sie als Inbegriff der kaiserlichen Mutter - mit 16 Kindern. Was bislang wenig beachtet wurde: sie führte einen Paradigmenwechsel in der Bündnispolitik Europas durch, für den sie ihre Kinder strategisch nutzte. Und zwar versöhnte sie Österreich mit dem bisherigen Erzfeind Frankreich. Heiratspolitik, mit der sie von Wien aus ihre Fäden über ganz Europa spannte, machte sie zur mächtigsten Herrscherin ihrer Zeit, zur "Ersten Dame Europas" - oder, wie man bereits damals augenzwinkernd feststellte, zur "Schwiegermutter Europas". Maria Theresia ist 1750 bereits seit 10 Jahren an der Macht. Der Österreichische Erbfolgekrieg liegt hinter ihr, die beiden Schlesischen Kriege auch. Doch Friedrich der Große ist unbesiegt, die Macht der Habsburger gefährdet. Deshalb beschließt die Kaiserin gemeinsam mit ihrem außenpolitischen Berater und späteren Staatskanzler Wenzel Anton Kaunitz den Renversement des alliances, die Umkehrung der Allianzen. Um die jahrhundertelange Feindschaft zwischen Frankreich und Österreich zu beenden, nützt die sittenstrenge Maria Theresia sogar die Hilfe von Madame de Pompadour, der Mätresse König Ludwigs XV. Und sie setzt auf die Heiratspolitik der Habsburger Tu felix Austria nube - Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate. Insgesamt 5 ihrer Kinder werden zur Untermauerung der neuen Allianz mit Bourbonen vermählt, die damals über Frankreich, Spanien, Parma und Neapel herrschen. Keine davon ist eine Liebesheirat. Durch den Focus auf Maria Theresias Bündnis- und Heiratspolitik entsteht das Bild einer Frau, die alles der Politik unterordnet und ihre Rolle als Mutter PR wirksam einzusetzen weiß. Doch wer war Maria Theresia wirklich? Durch erst vor kurzem entdeckte neue Briefe der Kaiserin an ihre ehemalige Hofdame Sophie Enzenberg wird die Spannung zwischen der Monarchin und dem Menschen, der Heiratspolitikerin und der Mutter deutlich. Denn dass Maria Theresia unter den ihr selbst auferlegten politischen Grundsätzen litt, dass sie sich Sorgen um ihre Kinder machte, wo sie ihnen als Kaiserin und Geostrategin große Opfer abverlangte, wissen wir durch Briefe an ihre ehemalige Hofdame. Der Film erzählt aus Anlass des 300. Geburtstages von Maria Theresia ihre Geschichte aus einem neuen Blickwinkel - er zeigt eine Politikerin, die zwischen dynastischen Pflichtbewusstsein und mütterlicher Liebe immer ersteres wählt. Und welche Opfer es der Mutter von sechzehn Kindern abverlangt, als Habsburgs "First Lady" diese Kinder als Mittel der Heiratspolitik zu instrumentalisieren. Darüber hinaus zeigt der Film, wie sich die politische Landkarte Europas durch geniale Schachzüge verändert.