Breitband

Begriff und Bedeutung

Der Zugang zum breitbandigen Bitstrom von A1 Telekom Austria ermöglicht es alternativen Internet Service Providern, ihren eigenen Endkunden breitbandige Internetzugänge anzubieten. Durch entstehende wettbewerbliche Impulse trägt der sogenannte „Bitstream-Zugang“ zu einer verbesserten Breitband-Versorgung Österreichs bei. Es handelt sich gemeinsam mit der Entbündelung um die bedeutendste Zugangsverpflichtung, die es alternativen Internetserviceprovidern ermöglicht, eigene Endkunden mit breitbandigen Internetzugängen zu versorgen.

Details zur Marktabgrenzung

Aufgrund der zunehmenden Substitution von festnetzgestützten Breitbandanschlüssen durch mobile Breitbandanschlüsse bei Privatkunden, die durch nachfrageseitige Erhebungen bestätigt wurde, sah sich die RTR-GmbH im Jahr 2009 zur Vornahme von Änderungen an der Marktdefinition für den Breitbandvorleistungsmarkt in der Telekommunikationsmärkteverordnung 2008 ("TKMV 2008") veranlasst.

Bedingt durch die genannten wettbewerblichen Veränderungen auf dem die Privatkunden betreffenden Marktsegment wurde der bislang in seiner Gesamtheit abgegrenzte Breitbandvorleistungsmarkt auf die Bereitstellung von Geschäftskundenprodukten eingeschränkt. In dieser adaptierten Form ist der Breitbandvorleistungsmarkt auch zum derzeitigem Zeitpunkt als der Ex-ante-Regulierung unterliegend anzusehen.

Ex-ante Verpflichtungen (diese werden im vorhinein einem Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auferlegt) legen die wettbewerblichen Rahmenbedingungen auf diesem Markt fest. Durch die Auferlegung derartiger Verpflichtungen soll eine Entwicklung zu nachhaltigem, effektivem Wettbewerb erreicht werden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt umfasst dieser Markt in sachlicher Hinsicht die Bereitstellung des breitbandigen bidirektionalen Zugangs für Geschäftskunden auf der Vorleistungsebene unabhängig von der tatsächlichen Bandbreite mittels Digital Subscriber Line über Kupferdoppelader (DSL) und Glasfaser (FTTH) bzw. Hybridleitungen (FTTC/FTTB), unabhängig davon, ab welchem Konzentrationspunkt (z.B. ab dem Hausverteiler, ab dem Kabelverzweiger oder erst ab dem Hauptverteiler) gegebenenfalls Glasfaser zur Anbindung eingesetzt wird.

Intern oder extern bereitgestellte Anschlüsse über andere Zugangstechnologien wie z.B. CATV, UMTS/HSPA, PLC (Powerline Communications), Funk (WLL, W-LAN, WiMax) sowie Breitbandanbindungen über Satellit bzw. Zugangsformen wie Mietleitungen oder die Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitung sind nicht Bestandteil dieses Marktes. 

In räumlicher Hinsicht umfasst dieser Markt  das gesamte Bundesgebiet.

Marktanalyse

Auf diesem Markt sind A1 Telekom Austria derzeit folgende Vorabverpflichtungen auferlegt (Bescheid M 1.2/12-94 der Telekom-Control-Kommission) vom 16.12.2013:

  • Zugangsverpflichtung zum breitbandigen Bitstrom (ATM- bzw. IP-basiert)
  • Verpflichtung, bei Einführung neuer Endkundenprodukte entsprechende Vorleistungsprodukte anzubieten
  • Regionale Verkehrsübergabe an neun Übergabepunkten sowie auf Nachfrage zusätzlich am VIX1 oder VIX2
  • Nationale Verkehrsübergabe an einem dieser neun Übergabepunkte nach Wahl des nachfragenden Internet Service Providers sowie auf Nachfrage zusätzlich am VIX1 oder VIX2
  • Anbindung zwischen Übergabepunkt und PoP auf Nachfrage anstelle durch A1 Telekom über eine durch einen Dritten bereitgestellte Verbindung oder - bei bestehendem PoP des Vorleistungsnehmers am Übergabepunkt - als Eigenrealisierung der Anbindung durch Nutzung von Inhouseverkabelung
  • Bereitstellung einer Voice-over-Broadband-Option samt integriertem Datenvolumen
  • auf Nachfrage Übergabe des VoB-Sprachverkehrs bei Residential-Vorleistungsprofilen über eine analoge Schnittstelle (ATA) anstelle eines Ethernetports
  • Zugang zu einem „naked-DSL“-Produkt
  • Gleichbehandlungsverpflichtung
  • Entgeltkontrolle auf Basis Retail-Minus unter Hintanhaltung einer Preis-Kosten-Schere (entrichtetes Einzelproduktentgelt muss zur Abdeckung von Vorleistungsentgelt und vermeidbaren Kosten von A1 Telekom Austria AG ausreichen; gleichzeitig muss das tatsächlich von Beziehern von Geschäftskundenprodukten entrichtete Entgelt aller Produkte ausreichen, um das Vorleistungsentgelt sowie die Vollkosten über alle Produkte unter Zugrundelegung eines Durchrechnungszeitraums von zwölf Monaten abzudecken)
  • Standardangebot bezüglich aller angebotenen Bitstream-Produkte
  • abgestufte Vorankündigungsfristen gegenüber Vorleistungspartnern bei temporären oder dauerhaften Preisänderungen (vier Wochen), Einführung neuer Bandbreiten (acht Wochen) und Einführung neuer Produkteigenschaften, die über die Einführung neuer Bandbreiten hinausgehen (zwölf Wochen)
  • Getrennte Buchführung und Kostenrechnungssystem zur Verhinderung unerlaubter Quersubventionierung

 

Hier finden Sie die Entscheidung der Telekom-Control-Kommission zu  M1.2/12-94 vom 16.12.2013 mit der aktuellen Definition des Breitbandvorleistungsmarktes zur Bereitstellung von Geschäftskundenprodukten (S. 12 - 18).

Einen ausführlichen Begleittext vom Dezember 2009 in Bezug auf die Definition des Breitbandvorleistungsmarktes zur Bereitstellung von Geschäftskundenprodukten im Zuge der Novellierung der - zwischenzeitlich außer Kraft getretenen - Telekommunikationsmärkteverordnung im Jahr 2010 finden Sie hier.

Hier finden Sie das von A1 Telekom Austria veröffentlichte Standardangebot:

http://cdn1.a1.net/final/de/media/pdf/Standardangebot_breitband_Internetzugangsloesungen_Wholesale.pdf

Hier finden Sie aktuelle statistische Informationen zur Nutzung von Breitbanddiensten in Österreich:

Hier finden sie Informationen zur letzten von der RTR-GmbH 2011 durchgeführten nachfrageseitigen Erhebung: