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    03/2026
  • Datum
    02.07.2026

Next Level Medienpolitik: "Äußerst schwierige Situation"

RTR Medien-Geschäftsführer Wolfgang Struber und KommAustria-Vorsitzender Michael Ogris mit Impulsreferaten und am Podium bei der VÖP-Fachkonferenz

v.l. Wolfgang Struber (RTR Medien) und Michael Ogris (KommAustria) © Katharina Schiffl
Sitzen in der ersten Reihe: Klaus Seltenheim, Alexander Pröll, Andreas Babler, Christian Stögmüller
v.l. Klaus Seltenheim (medienpol. Sprecher SPÖ), Alexander Pröll (Staatssekr. Digitalisierung), Andreas Babler (VK, BMin. Medien), Christian Stögmüller (Vorstandsvors. VÖP) © Katharina Schiffl

Um nichts Geringeres als die Zukunft des privaten Rundfunks und die Voraussetzungen für einen starken, unabhängigen und wettbewerbsfähigen Medienstandort Österreich ging es am 28. Mai bei der Fachkonferenz „Next Level Medienpolitik – Was der Medienstandort jetzt braucht“, zu der der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) Vertreter:innen aus Medien, Politik und Regulierung eingeladen hatte. Zu den hochrangigen Vortragenden und Podiumsgästen zählten neben Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler unter anderen auch Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, Medienwissenschaftler Prof. Dr. Martin Andree, RTR Medien-Geschäftsführer Wolfgang Struber oder Michael Ogris, Vorsitzender der KommAustria.

Podium mit Klaus Seltenheim (SPÖ), Nico Marchetti (ÖVP), Henrike Brandstötter (NEOS), Ingrid Thurnher (ORF), Maximilian Dasch (VÖZ) und Christian Stögmüller (VÖP).
Podium mit (v.l.) Klaus Seltenheim (SPÖ), Nico Marchetti (ÖVP), Henrike Brandstötter (NEOS), Ingrid Thurnher (ORF), Maximilian Dasch (VÖZ) und Christian Stögmüller (VÖP) © Katharina Schiffl

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie Medienvielfalt, journalistische Qualität und wirtschaftliche Stabilität heimischer Medien angesichts wachsender globaler Konkurrenz langfristig abgesichert werden können. Einigkeit bestand darüber, dass sich private Medienunternehmen in einer zunehmend existenzbedrohenden Situation befinden: Internationale Plattformen dominieren den digitalen Werbemarkt, Werbeerlöse brechen weg, gleichzeitig steigen Kosten und Investitionsdruck durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz massiv an. Dabei gehe es längst nicht mehr nur um wirtschaftliche Fragen, sondern um den Erhalt demokratischer Infrastruktur. Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler unterstrich in einem Impulsreferat die Bedeutung starker privater Medien für Demokratie und Medienvielfalt in Österreich und nannte die Neuausrichtung der Medienförderung mit Fokus auf Qualitätsjournalismus, digitale Geschäftsmodelle sowie die Absicherung journalistischer Arbeitsplätze und Infrastruktur als zentrale medienpolitische Schwerpunkte.

Podium mit Lorenz Cuturi (Wimmer Medienhaus), Marlene Beran (ServusTV) und Wolfgang Struber (RTR). Links Moderatorin Croline Pospischil.
Podium mit Lorenz Cuturi (Wimmer Medienhaus), Marlene Beran (ServusTV) und Wolfgang Struber (RTR). Ganz links: Moderatorin Caroline Pospischil. © Katharina Schiffl

RTR Medien-Geschäftsführer Wolfgang Struber vertrat in einer Keynote die Auffassung, dass Medienförderungen zukunftsorientiert ausgestaltet und gezielt digitale Transformation und neue journalistische Geschäftsmodelle unterstützen müssten: „Medienförderung ist keine Bestandssicherung alter Modelle, sondern eine Investition in Vielfalt, Unabhängigkeit und digitale Zukunftsfähigkeit österreichischer Medien“, so Struber. Er warnte vor der Machtverschiebung hin zu globalen Plattformen und KI-Systemen, die durch algorithmische Logiken, automatisierte Content-Produktion und personalisierte Informationsräume klassische Medienstrukturen zunehmend verdrängten. Besonders problematisch seien Desinformation, Filterblasen und der Verlust gemeinsamer Öffentlichkeit, weshalb professionelle redaktionelle Medien wichtiger seien denn je.

Moderatorin Caroline Pospischil mit Falk Zimmermann (Verband Bayerischer Lokalrundfunk), Pia Bambuch (ProSiebenSat.1 PULS4), Michael Ogris (KommAustria) und Philipp König (kronehit)
Moderatorin Caroline Pospischil mit Podiumsgästen Falk Zimmermann (Verband Bayerischer Lokalrundfunk), Pia Bambuch (ProSiebenSat.1 PULS4), Michael Ogris (KommAustria) und Philipp König (kronehit) © Katharina Schiffl

In einer von drei Paneldiskussionen diskutierte Michael Ogris (KommAustria) mit Falk Zimmermann (Verband Bayerischer Lokalrundfunk), Pia Bambuch (ProSiebenSat.1 PULS4) und Philipp König (kronehit) über die Frage, wie viel Kooperation private Medien künftig bräuchten und welche regulatorischen Freiräume dafür notwendig seien. Dabei ging es auch um gemeinsame Entwicklungen von ORF und Privaten, beispielsweise bei Digitalisierung und KI-Projekten. Ogris befürwortete Kooperationen grundsätzlich als gemeinsame Maßnahmen zur Stärkung des Medienstandortes, gab aber auch zu bedenken, dass Kooperationen auf freiwilliger Basis mit einem gemeinsamen Verständnis für die sich daraus ergebenden Vorteile meist effektiver seien als eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit.

Corinna Drumm, Geschäftsführerin Verband Österreichischer Privatsender
Corinna Drumm (VÖP) © Katharina Schiffl

VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm unterstrich abschließend noch einmal, dass sich der Medienstandort Österreich in einer „außerordentlich schwierigen Situation“ befände und appellierte an die Politik, gezielt jene Medien zu stärken, die mit professionellen Redaktionen, journalistischen Standards und klarer Trennung von Werbung und Inhalt zur demokratischen Öffentlichkeit beitrügen und der grassierenden Flut von Desinformation verlässliche Informationsangebote entgegenstellten.


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