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SkinnyTok – Worum geht es?

SkinnyTok ist ein Social-Media-Trend auf TikTok, bei dem Nutzerinnen und Nutzer Videos veröffentlichen, in denen extreme Schlankheit, sehr strenge Diäten und ungesunde Essgewohnheiten als „cool“ oder sogar als besonders gesund dargestellt werden. Der Name setzt sich aus dem englischen Wort „skinny“ für „dünn“ und „Tok“ von TikTok zusammen. In vielen dieser Beiträge wird gezeigt oder empfohlen, möglichst wenig zu essen, um sehr dünn zu sein – oft auf eine Weise, die für Körper und Psyche gefährlich ist.

Problematisch ist daran vor allem, dass manche Videos extrem niedrige Kalorienmengen oder Tipps wie „Iss nur sehr wenig am Tag“ verbreiten und Schlankheit mit Disziplin oder Erfolg gleichsetzen, obwohl das medizinisch als ungesund gilt. Gesundheits- und Ernährungsexpertinnen und -experten warnen, dass solche Inhalte den Körper negativ beeinflussen und das Risiko für Essstörungen erhöhen können. Besonders für Jugendliche kann der ständige Vergleich mit unrealistisch dünnen Körperbildern außerdem das Selbstbild schwächen und die Stimmung deutlich verschlechtern.

Dünne Person
Manche Menschen bekommen durch digitale Inhalte Probleme mit ihrem Körperbild © StockSnap

Was hat TikTok dagegen unternommen?

TikTok hat den Hashtag #SkinnyTok gesperrt und Suchanfragen darauf umgeleitet, damit Nutzer:innen eher Unterstützungs- und Informationsseiten sehen statt gefährliche Inhalte. Trotzdem tauchen ähnliche Clips oft weiter auf, nur unter anderen Stichwörtern oder in anderen Formen.

Gerade für Jugendliche ist dieses Thema besonders wichtig, weil sie sich in einer Phase befinden, in der sie viel über sich selbst nachdenken und herausfinden, wer sie sind. In sozialen Medien sehen sie täglich Bilder und Videos von anderen Menschen, die oft perfekt aussehen oder ein scheinbar ideales Leben zeigen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass diese Vergleiche im Internet häufig unrealistisch sind. Viele Fotos sind bearbeitet, gefiltert oder extra gestellt – das, was man sieht, ist also nicht unbedingt normal oder gesund. Außerdem können Themen wie Diäten oder extremes Schlanksein gefährlich werden, denn Essstörungen sind ernsthafte Krankheiten. Sie betreffen nicht nur das Aussehen, sondern können Körper und Seele stark schaden. Deshalb sollten Jugendliche immer daran denken, dass sie mehr sind als ihr Körpergewicht und dass ihr Wert als Mensch nicht von einer Zahl auf der Waage abhängt.

Wenn man im Internet auf Inhalte stößt, die ein schlechtes Gefühl machen oder ungesund wirken, gibt es einige Dinge, die helfen können. Man kann zum Beispiel gefährliche Videos oder Accounts ignorieren, stummschalten oder blockieren, damit sie nicht mehr angezeigt werden. Ebenso wichtig ist es, mit jemandem zu sprechen, dem man vertraut, etwa mit Eltern, Freundinnen und Freunden oder Lehrkräften.

Und wenn man merkt, dass man sich selbst oft unwohl fühlt oder viele negative Gedanken über den eigenen Körper hat, ist es sinnvoll, sich Unterstützung bei Fachleuten zu holen. Das ist keine Schwäche, sondern ein mutiger und wichtiger Schritt für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden

Wenn du jemanden kennst, der mit solchen Themen Probleme hat, gibt es eine Vielzahl an Hilfsorganisationen, die euch unterstützen können:  

www.sowhat.at
SoWhat ist ein kassenfinanziertes Kompetenzzentrum für Essstörungen mit mehreren Standorten und bietet ein breit gefächertes ambulantes Therapie-, Gruppen- und Beratungsangebot für Betroffene und Angehörige.

www.intakt.at
Intakt ist ein interdisziplinäres ambulantes Therapiezentrum für Essstörungen mit Schwerpunkt auf Diagnostik, Beratung und individuell abgestimmter medizinisch-psychotherapeutischer Behandlung, wobei Kosten teilweise rückerstattet werden können.

www.fem.at
FEM ist ein Wiener Gesundheitszentrum für Frauen, Eltern und Mädchen und bietet neben Workshops und Beratungen auch spezielle Präventions- und Unterstützungsangebote zum Thema Essstörungen und Körperbild.

www.essstoerungshotline.at
Die Essstörungshotline bietet eine kostenlose, anonyme und niederschwellige telefonische sowie schriftliche Beratung für Betroffene und Angehörige.

www.oeges.or.at
Die ÖGES ist eine österreichweite Fachgesellschaft zur Vernetzung von Expert:innen im Bereich Essstörungen mit Fokus auf Früherkennung, Behandlung, Forschung und Prävention.

www.netzwerk-essstoerungen.at
Das Netzwerk Essstörungen unterstützt Betroffene psychosozial, informiert über Symptome und Umgangsmöglichkeiten und bietet persönliche sowie telefonische Beratung mit Standort in Innsbruck.

www.bulimie.at
Bulimie.at stellt spezialisierte Selbsthilfe- und Informationsangebote zu unterschiedlichen Formen von Essstörungen bereit und erleichtert den Austausch unter Betroffenen.


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