Newsletter RTR Medien

  • Newsletter
    05/2025
  • Datum
    11.12.2025

Ein Vorwort: Wolfgang Struber, Geschäftsführer RTR Medien und Michael Ogris, Vorsitzender KommAustria

Von links: Wolfgang Struber, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der RTR GmbH und Michael Ogris, Vorsitzender der KommAustria
Mag. Wolfgang Struber, Geschäftsführer RTR Medien (l.) und Mag. Michael Ogris, Vorsitzender KommAustria © RTR/Natascha Unkart/David Bohmann

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – und bei allen Herausforderungen dürfen wir stolz auf das blicken, was unsere Branche auch heuer geleistet hat. In einer Zeit des ständigen Wandels, geprägt von technologischen Umbrüchen, verändertem Nutzungsverhalten und wirtschaftlichem Druck, zeigen Journalist:innen, Medienschaffende und Verlage in Österreich und ganz Europa Tag für Tag wie viel Engagement, Kreativität und Verantwortung in ihnen steckt. Natürlich war 2025 kein einfaches Jahr.

Die Herausforderungen für die heimische Medienlandschaft, die Werbeeinbrüche, der ungleiche Wettbewerb mit den internationalen Online-Plattformen, das Thema Desinformation, das rückläufige Vertrauen auch in etablierte Medien, der Erhalt der Medien- und Meinungsvielfalt und damit die Sorge um einen demokratiepolitischen Diskurs auf Basis solider Fakten haben uns natürlich auch schon in den Vorjahren beschäftigt. Die Ereignisse des ausklingenden Jahres 2025 markieren aber einen neuen Höhepunkt der hochangespannten Situation am Medienmarkt.

Ende Oktober rechnete die Gewerkschaft GPA hoch, dass bis zum Jahresende 300 Stellen in der österreichischen Medienbranche wegfallen würden - zum größeren Teil journalistisches Personal. Die großen Medien-Fachveranstaltungen in Österreich und Deutschland kannten kaum ein anderes Thema als die wirtschaftliche Krise. Hier wie dort ist die Hauptursache der Abfluss von Werbegeldern an die Tech-Giganten. Die Einführung von AI-Overviews auf den großen Suchmaschinen haben heuer die Lage für die hiesigen Online-Angebote verschärft, denn wer Informationen sucht, begnügt sich oft mit der KI-generierten Zusammenfassung und klickt nicht mehr auf die angebotenen Links zur Originalquelle.  Erst vor wenigen Tagen avisierte RTL Deutschland die Streichung von 600 seiner 6.000 Arbeitsplätze und einen Umsatzverlust von ca. 400 Millionen Euro bis Jahresende. Die Sparpläne unserer Medienhäuser sind allseits bekannt.

Wir schauen aber nicht tatenlos zu - nicht in Österreich und nicht in Europa. Mit dem Digital Services Act (DSA), dessen Umsetzung in Österreich in den Händen der KommAustria liegt, und mit dem Digital Markets Act (DMA) stemmen sich Europas Mitgliedstaaten gegen die Marktmacht der großen Tech-Konzerne. Gezielte Maßnahmen, um österreichische Medienprodukte zu schützen und deren ungefragte Nutzung und Monetarisierung durch die großen Plattformen einzugrenzen oder eine faire Beteiligung daran zu erreichen, sind in Diskussion. Mit den Medienförderungen der RTR Medien und der KommAustria unterstützen wir die Produktion heimischer Inhalte, den Erhalt von Arbeitsplätzen und die digitale Transformation unserer Medienhäuser. Letzteres ist auch eine Förderung der Selbsthilfe als auch Steigerung der Fitness im digitalen Wettbewerb. Der Faktor Zeit wird dabei aber immer kritischer.

Die in Kürze bevorstehende, nationale Umsetzung des European Media Freedom Act der EU, dessen zentrales Ziel der Schutz der Unabhängigkeit der Medien und ihrer Journalist:innen ist und in Österreich in die Zuständigkeit der KommAustria fallen soll, macht vor allem eines deutlich: Europa ist sich der zentralen Bedeutung unabhängiger Medien und ihrer Vielfalt sowie ihres Schutzbedarfs für die Demokratie mehr als nur bewusst. Das am 9. Dezember von der Kommission eingeleitete Verfahren gegen Google wegen vermuteter Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht durch den Einsatz jener KI, die unter anderem die zusammengefassten Suchergebnisse aus den Inhalten Dritter generiert, ist ein ebenso selbstbewusstes Signal wie die Strafe von 120 Millionen Euro gegen "X" wegen Verstößen gegen den DSA vier Tage zuvor. Um gegen global agierende Großkonzerne bestehen zu können, braucht es Europa, Entschlossenheit und Tatkraft. Wir, die RTR Medien und die KommAustria, beteiligen uns daran mit größtem Engagement in Österreich und auf internationalem Parkett, um auch weiterhin die Auffindbarkeit und Finanzierung österreichischer Angebote sicherzustellen.

Auch im kommenden Jahr werden Sie und wir viel Kraft benötigen, um uns den Herausforderungen unserer Branche zu stellen. Und genau deshalb wollen wir in der stillen Zeit innehalten, uns über die gemeinsame, besinnliche Zeit mit den Menschen freuen, die uns am meisten bedeuten und daraus die nötige Kraft für die Aufgaben im neuen Jahr schöpfen.

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr wünschen

Mag. Michael Ogris & Mag. Wolfgang Struber

Vorsitzender KommAustria & Geschäftsführer RTR Medien 

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