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    01/2026
  • Datum
    12.03.2026

Österreichische Websites und KI-Crawler: Online-Präsentation der RTR-Studie „Text und Data Mining"

Welche Botschaften senden österreichische Websites an KI-Anbieter? Die Untersuchung der gemeinsamen KI-Servicestelle der RTR gibt Aufschluss

Die RTR-Geschäftsführer Mag. Wolfgang Struber (li.) und Dr. Klaus Steinmaurer begrüßten das Online-Publikum © RTR/AK
Von links: Timo Steyer (Mod.), Anita Zielina, Wolfgang Struber, Thomas Schreiber, Klaus Steinmaurer, Robert Kiraly
v.l.: Timo Steyer (Moderation), Anita Zielina, Wolfgang Struber, Thomas Schreiber, Klaus Steinmaurer, Robert Kiraly © RTR/AK

Im Rahmen eines Webinars präsentierte die KI-Servicestelle der RTR am 29. Jänner die Ergebnisse der empirischen Analyse „Text und Data Mining: Welche Botschaften senden österreichische Websites an KI-Anbieter?“ Im Bericht der RTR wurde untersucht, wie österreichische Websites steuern, welche Informationen KI-Anbieter daraus auslesen können. In den letzten Jahren hat sich dafür das robots.txt-Protokoll de-facto als Standard etabliert, um Kontrolle über die Zugriffe von Crawlern zu erlangen, die Websites automatisch ansteuern und damit Daten sammeln.

Robert Kiraly, BA. BA., und DI Thomas Schreiber, LL.M., präsentierten zentrale Ergebnisse der Untersuchung.
v.l.: Robert Kiraly und Thomas Schreiber. KI-Servicestelle der RTR © RTR/AK

Die unter Federführung der RTR-Mitarbeiter Robert Kiraly, BA.BA. und DI Thomas Schreiber, LL.M., entstandene Analyse basiert auf Auswertungen von mehr als 2,6 Millionen Websiten im Zeitraum zwischen 2018 und 2025. Die Ergebnisse für Medien-Websites wurden gesondert ausgewertet. Im zweiten Halbjahr 2025 verfügten zumindest zwei Drittel aller österreichischen Websites, Medien- und Behördenseiten über eine robots.txt-Datei und sendeten so technische Signale an KI-Anbieter. 

Anita Zielina im Vortrag am Stehpult
Mag.a Anita Zielina, Mediahuis NV, Antwerpen © RTR/AK

Dabei zeigt sich: mehr als drei Viertel der robots.txt-Dateien enthalten einheitliche Regeln für alle Crawler. Seit 2023 ist jedoch eine deutlichere Differenzierung hinsichtlich KI-Crawlern zu beobachten, mit denen bestimmte Systeme gezielt adressiert werden. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Medienbereich: 34 Prozent der Beschränkungen auf Medienwebsites richten sich beispielsweise häufig ausdrücklich gegen Angebote von OpenAI, Anthropic oder Google.

Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar war online zugeschaltet. Das Foto zeigt ihn im Porträt-Ausschnitt auf einem Monitor.
Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar war zugeschaltet. Er lehrt Immaterialgüterrecht an der WU Wien. © RTR/AK

Seit 2025 ist aber auch ein weiterer Trend erkennbar: Websites lassen durchaus KI-Crawler zunehmend explizit zu, etwa zur Steigerung der Sichtbarkeit oder im Rahmen individueller Vereinbarungen zwischen Webseitbetreibern und KI-Anbietern. Dies zeigt, dass für Medienhäuser der Umgang mit KI-Crawlern längst eine strategische Frage ist. Technische Expertise und einfache Zugänglichkeit werden zu Schlüsselfaktoren für die Branche.

Die Präsentation der Ergebnisse wurde durch Beiträge von   Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar und Mag.a Anita Zielina aus Sicht des Urheberrechts und der Medienwirtschaft ergänzt. Im Bericht selbst ordnen KI-Beirätin Dr.in Jeanette Gorzala, Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar und Lukas Moormann, LL.M. (WU) in Gastbeiträgen die Daten vor dem Hintergrund des Urheberrechts und des AI-Acts ein.

Der Bericht ist abrufbar unter: https://www.rtr.at/analyse_text_data_mining 


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