Welche Botschaften senden österreichische Websites an KI-Anbieter? Die Untersuchung der gemeinsamen KI-Servicestelle der RTR gibt Aufschluss
Im Rahmen eines Webinars präsentierte die KI-Servicestelle der RTR am 29. Jänner die Ergebnisse der empirischen Analyse „Text und Data Mining: Welche Botschaften senden österreichische Websites an KI-Anbieter?“ Im Bericht der RTR wurde untersucht, wie österreichische Websites steuern, welche Informationen KI-Anbieter daraus auslesen können. In den letzten Jahren hat sich dafür das robots.txt-Protokoll de-facto als Standard etabliert, um Kontrolle über die Zugriffe von Crawlern zu erlangen, die Websites automatisch ansteuern und damit Daten sammeln.
Die unter Federführung der RTR-Mitarbeiter Robert Kiraly, BA.BA. und DI Thomas Schreiber, LL.M., entstandene Analyse basiert auf Auswertungen von mehr als 2,6 Millionen Websiten im Zeitraum zwischen 2018 und 2025. Die Ergebnisse für Medien-Websites wurden gesondert ausgewertet. Im zweiten Halbjahr 2025 verfügten zumindest zwei Drittel aller österreichischen Websites, Medien- und Behördenseiten über eine robots.txt-Datei und sendeten so technische Signale an KI-Anbieter.
Dabei zeigt sich: mehr als drei Viertel der robots.txt-Dateien enthalten einheitliche Regeln für alle Crawler. Seit 2023 ist jedoch eine deutlichere Differenzierung hinsichtlich KI-Crawlern zu beobachten, mit denen bestimmte Systeme gezielt adressiert werden. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Medienbereich: 34 Prozent der Beschränkungen auf Medienwebsites richten sich beispielsweise häufig ausdrücklich gegen Angebote von OpenAI, Anthropic oder Google.
Seit 2025 ist aber auch ein weiterer Trend erkennbar: Websites lassen durchaus KI-Crawler zunehmend explizit zu, etwa zur Steigerung der Sichtbarkeit oder im Rahmen individueller Vereinbarungen zwischen Webseitbetreibern und KI-Anbietern. Dies zeigt, dass für Medienhäuser der Umgang mit KI-Crawlern längst eine strategische Frage ist. Technische Expertise und einfache Zugänglichkeit werden zu Schlüsselfaktoren für die Branche.
Die Präsentation der Ergebnisse wurde durch Beiträge von Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar und Mag.a Anita Zielina aus Sicht des Urheberrechts und der Medienwirtschaft ergänzt. Im Bericht selbst ordnen KI-Beirätin Dr.in Jeanette Gorzala, Univ.-Prof. MMag. Dr. Philipp Homar und Lukas Moormann, LL.M. (WU) in Gastbeiträgen die Daten vor dem Hintergrund des Urheberrechts und des AI-Acts ein.
Der Bericht ist abrufbar unter: https://www.rtr.at/analyse_text_data_mining