Der Fachgipfel zu praktischer Umsetzung von Age-Assurance-Systemen brachte Expert:innen aus aller Welt zusammen
Die internationale Fachkonferenz brachte vom 14. bis 16. April in Manchester Vertreter:innen von Regulierungsbehörden, Plattformen, Technologieunternehmen, Standardisierungsgremien, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich der Altersverifikation und Online-Kindersicherheit zu diskutieren. Für die RTR Medien nahm Julia Berger vom Team Digitale Dienste an dem Fachkongress teil.
Während sich frühere Ausgaben der Konferenz vor allem mit regulatorischen und konzeptionellen Fragen befassten, lag der Fokus 2026 auf konkreten Implementierungsfragen und praktischen Erfahrungen mit dem Einsatz entsprechender Systeme in digitalen Diensten und Plattformen. Im Mittelpunkt stand besonders die praktische Umsetzung von Age-Assurance-Systemen auf Basis der Leitlinien zum Schutz Minderjähriger des Digital Services Act.
Auf den Panels, Pitches und Podiumsdiskussionen wurden unter anderem datenschutzfreundliche Verfahren zur Altersverifikation, Fragen der Interoperabilität und Nutzerfreundlichkeit, regulatorische Entwicklungen im Zusammenhang mit europäischen Digitalregulierungen sowie zunehmende Herausforderungen behandelt, die sich aus KI-Technologie entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Ausgleich zwischen wirksamer Alterskontrolle, Datenschutz und digitaler Teilhabe. In mehreren Sessions wurden Privacy-by-Design-Ansätze, Zero-Knowledge-Proofs, digitale Wallet-Lösungen sowie die Frage, wie eine Altersverifikation verhältnismäßig und grundrechtskonform umgesetzt werden kann, diskutiert. Darüber hinaus wurden Herausforderungen im Zusammenhang mit Umgehungsversuchen, Deepfakes und der Verantwortungsverteilung innerhalb technischer Plattform-Ökosysteme behandelt.
Den Abschluss der dreitägigen Veranstaltung bildete die Verleihung der Age Assurance Industry Awards. Mit diesen wurden innovative Projekte in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet, die zu Fortschritten im Bereich einer gleichermaßen datensparenden wie nutzerfreundlichen, sicheren und zuverlässigen Form der Altersverifikation beigetragen haben.
Im internationalen Erfahrungsaustausch und der multilateralen Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden, Plattformbetreibern und Technologieanbietern waren sich alle Teilnehmer:innen einig, dass Lösungen entwickelt werden müssen, die Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besser schützen und gleichzeitig den Datenschutz sowie die Nutzerrechte gewährleisten.