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    02/2026
  • Datum
    13.05.2026

REM-Workshop 2026: Entwicklung und Mechanismen von Partei-Medien

Workshop des Forschungsinstitutes Recht Elektronischer Massenmedien (REM) befasste sich mit der Veränderung von Parteimedien.

Podiumsdiskussion im Vortragssaal der RTR mit (v.l.) Josef Kalina, Univ.-Prof.in MMag.a Dr.in Barbara Leitl-Staudinger (REM) und Univ.Ass. Dr.phil. Katrin Praprotnik © RTR/AK

Der diesjährige Workshop des Vereins REM widmete sich am 05. Mai der sich wandelnden Rolle von Medien politischer Parteien und damit einem hochaktuellen Thema an der Schnittstelle von Demokratie, Medien und digitaler Kommunikation.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte DDr. Dr. h.c. Christoph Grabenwarter, Universitätsprofessor, Präsident des Verfassungsgerichtshofes und Obmann von REM, die Teilnehmer:innen. In seiner Eröffnung blickte er kurz auf das Rundfunkforum des vergangenen Jahres zurück und gab einen Ausblick auf das kommende Rundfunkforum im Oktober 2026. Univ.-Prof.in MMag.a Dr.in Barbara Leitl-Staudinger, Universitätsprofessorin und Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes, führte anschließend in die beiden Fachvorträge des Workshops ein. 

Nahaufnahme Praprotnik mit Mikrofon
Univ.Ass. Dr.phil. Katrin Praprotnik © RTR/AK

Den Auftakt machte Univ.Ass. Dr.phil. Katrin Praprotnik, Politikwissenschaftlerin an der Universität Graz, mit ihrem Vortrag „Parteimedien aus politikwissenschaftlicher Sicht“. Ausgehend von den „zweieinhalb“ Begriffen Demokratie & (Partei-)Medien sowie der, in der internationalen Literatur geläufigen Definition von Parteimedien als Medienangebote, die nicht auf Neutralität abzielen und politische Informationen aus einer bestimmten Perspektive verbreiten wollen, skizzierte sie acht zentrale Bausteine der Demokratie: Freiheit, Partizipation, Wettbewerb, vertikale Verantwortlichkeit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, horizontale Verantwortlichkeit sowie Responsivität.

Obwohl der Begriff Medien in dieser Aufzählung zunächst nicht ausdrücklich vorkommt, erachtete Praprotnik Medien insbesondere für die Bereiche Freiheit, Partizipation, Wettbewerb und vertikale Verantwortlichkeit als unverzichtbar. Auch für die weiteren demokratischen Bausteine – Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, horizontale Verantwortlichkeit und Responsivität – seien Medien zumindest indirekt notwendig. Die für demokratische Systeme erforderlichen Medien entsprechen nach Ansicht der Referentin jedoch nicht den Parteimedien, da diese weder Kontrollorgane darstellen noch den Anspruch verfolgen, unterschiedliche Perspektiven gleichermaßen abzubilden. Am Ende stehen daher nicht „zweieinhalb“, sondern vielmehr drei eigenständige Begriffe: Demokratie, Medien und Parteimedien.

Josef Kalina, Unternehmer, PR-Berater und ehemaliger Politiker, von seitlich hinten, vor ihm der Saal mit Publikum
Josef Kalina vor dem Publikum des REM Workshops, vorne (v.l.) Wolfgang Struber (GF RTR Medien), Katrin Praprotnik, Christoph Grabenwarter, Barbara Leit-Staudinger © RTR/AK

Im Anschluss setzte Josef Kalina, Unternehmer, PR-Berater und ehemaliger Politiker, mit seinem Beitrag zu den Entwicklungen der Medienkommunikation politischer Parteien fort. Seinen Ausführungen zufolge war Parteikommunikation ursprünglich stark einseitig und massenmedial geprägt, etwa durch zahlreiche Parteizeitungen, die im Laufe der Zeit jedoch eingestellt wurden. In weiterer Folge verlagerte sich politische Kommunikation zunehmend in Richtung klassischer Massenmedien und wurde zugleich immer professioneller. Dies zeigte sich etwa in Medientrainings, Inszenierungen und strategischer Kampagnenführung. Moderne Professionalisierung äußert sich darüber hinaus in Personalisierung, Soundbites, Agenda-Setting und gezieltem Kampagnenmanagement.

Heute befände sich Parteikommunikation zusätzlich in einer digitalen Phase, in der politische Parteien über eigene Kanäle und soziale Medien direkt mit einem großen Publikum kommunizieren – oftmals ohne journalistische Vermittlung. Gleichzeitig bliebe das Mediensystem hybrid, da klassische Medien und Online-Plattformen parallel bestehen und politische Kommunikation in einer digitalen Öffentlichkeit stattfände. Moderne Parteikommunikation sei daher zunehmend durch Direktkommunikation, Emotionalisierung, Beschleunigung, Fragmentierung, Datenorientierung, Microtargeting sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geprägt.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass insbesondere im Online-Bereich extreme Meinungen aufgrund der Logiken sozialer Plattformen großen Widerhall finden. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass politische Parteien – bei aller Bedeutung sozialer Medien – weiterhin auch in klassischen Medien präsent sein sollten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Präsentationsfolien finden sich auf der Webseite des REM.


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