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  • Bereich
    FERNSEHFONDS AUSTRIA
  • Datum
    28.01.2011

Forum des FERNSEHFONDS AUSTRIA: Neue Chancen für den Film in Österreich

Der FERNSEHFONDS AUSTRIA hat sich auf seinem Forum „Neue Chancen für den Film in Österreich“ in der FILMSTADT WIEN, gemeinsam mit Produzenten, Sendervertretern und Vertriebsfirmen, dem Thema Vertrieb und Verwertung von TV-Produktionen gewidmet. Grundlage hierfür sind die Bestimmungen im Entwurf der neuen Richtlinien, die zurzeit vor der Europäischen Kommission in Brüssel notifziert werden.

Im Rahmen seiner Begrüßung und Einführung erwähnte der Geschäftsführer der RTR-GmbH und des FERNSEHFONDS AUSTRIA, Dr. Alfred Grinschgl, dass gerade im letzten Jahr die bei weitem höchsten Fördermittel für den österreichischen Fernsehfilm ausbezahlt wurden: „Wir haben mit nahezu 14 Mio. Euro insgesamt 56 Projekte mit Gesamtherstellungskosten von 90,3 Mio. Euro gefördert, darunter waren 27 Fernsehfilme, 3 Serien und 26 Dokumentationen. Die immer stärker werdende Koproduktion zwischen österreichischen und deutschen Produktionsfirmen hat letztlich auch dazu geführt, dass deutsche Fernsehanstalten, wie etwa ARD, ZDF oder SAT.1 zusehends mehr Geld in Österreich investieren. Andererseits hat sich der ORF an immerhin 80 % der vom FERNSEHFONDS AUSTRIA geförderten Projekten beteiligt und damit Filme mit Gesamtherstellungskosten von 82,7 Mio. Euro finanziell unterstützt.“

Die Richtlinien, die zur Jahresmitte in Österreich bei der Mittelvergabe durch den FERNSEHFONDS AUSTRIA zum Einsatz kommen, haben einige wesentliche Neuerungen für die österreichische Filmbranche bereit: So können bestimmte Fernsehproduktionen mit beispielsweise sehr hohen österreichischem Beschäftigungsanteil mit bis zu 30 % der Gesamtherstellungskosten gefördert werden. Weiters gibt es spezielle Förderungen für den „barrierefreien Film“ sowie eine neue Vertriebsförderung, die insbesondere Dokumentationen dienen soll. Auch die Höchstbeträge für Herstellungsförderungen werden in den Richtlinien von 700.000 Euro auf 1 Mio. Euro pro Fernsehfilm angehoben.

„Das Handelsgeschäft in der Filmbranche ist heute kleinteilig. Während noch vor wenigen Jahren die Anzahl potentieller Kunden gering war und es aus Vertriebssicht um eine Maximierung der Umsätze mit diesen Kunden ging, geht es heute insbesondere auch um ein Kumulieren von Kleinst-Umsätzen aus verschiedenen Quellen“, beschrieb Jan Mojto von der Beta Film, die gegenwärtige Situation der Filmwirtschaft. „Bei gleich bleibendem Umsatz, kürzeren Laufzeiten und weniger Ausstrahlungen, hat sich die Anzahl der abgeschlossenen Verträge bei uns in den vergangenen 5 Jahren in etwa verdreifacht. Diese veränderten Rahmenbedingungen stellen verschiedene, teilweise neue Anforderungen an Vertriebe und somit auch an gesetzliche Rahmenbedingungen. Daher begrüße ich, dass wir uns heute mit den neuen Förderrichtlinien des FERNSEHFONDS AUSTRIA, die viele dieser Aspekte berücksichtigen, intensiv auseinandersetzen.“

Diskussion: Vertrieb und Verwertung von Österreichischen Fernsehfilmen

„Durch in den letzten Jahren ständig komplexer und aufwändiger gewordene Finanzierungs- und Verwertungsstrategien, gerade auch im Bereich geförderter Fernsehfilme, Reihen und Serien, ist der Vertriebsaspekt heute bedeutsamer denn je. Ich freue mich, dass ein hochkarätig besetztes Podium mit Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Vertriebsunternehmen heute dazu Unternehmensmodelle, Schwerpunktsetzungen und Ausrichtungen vorstellt und Aufschluss über Marktmechanismen, Möglichkeiten und Perspektiven gibt“, leitete Mag. Andreas Hruza vom AV Medienbüro und Vorsitzender des Fachbeirats des FERNSEHFONDS AUSTRIA, die Podiumsdiskussion mit Andreas Kamm (MR-Film), Beatrice Riesenfelder (ORF Enterprise), Patrick Hörl (Autentic), Peter Jäger (Autlook) und Bodo Braun (SevenOne International GmbH) ein.

Analysiert wurden in der von Hruza moderierten Diskussion der Status quo der Filmwirtschaft sowie die Strukturen des Vertriebs und der Verwertung von TV-Produktionen national wie international. Nachgegangen wurde weiters den Fragen, welche Schlussfolgerungen zu ziehen seien, um den Vertrieb von österreichischen Projekten erfolgreicher zu machen und was von Produzenten zu berücksichtigen sei, um in Zukunft in den sich dauernd veränderten technologischen Entwicklungen in der Film- und Fernsehproduktion bestehen zu können.

Weitere Informationen über den FERNSEHFONDS AUSTRIA sind auf der Website der RTR-GmbH unter http://www.fernsehfonds.at abrufbar. 

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