Titelbild Meldestelle Rufnummernmissbrauch

Aktuelle Beobachtungen                                                   

In vielen Fällen werden für belästigende Anrufe gefälschte Telefonnummern verwendet. In diesen Fällen werden dann die Telefonnummern von anderen Personen, die davon gar nichts wissen, am Display angezeigt. Oder es wird die Telefonnummer von vertrauenswürdigen, bekannten Institutionen missbraucht.

Anbieter haben kaum Möglichkeiten zu kontrollieren, ob die signalisierte Rufnummer stimmt oder nicht, wenn die Manipulation nicht im eigenen Netz stattgefunden hat. Technisch gesehen ist die Rufnummer des rufenden Telefonanschlusses nicht für das erfolgreiche Herstellen einer Telefonverbindung notwendig (ein bildlicher Vergleich ist jener eine Postkarte, auf die man auch einen falschen oder überhaupt keinen Absender schreiben kann und trotzdem zugestellt wird). 

Rechtswidrig ist das Verfälschen der eigenen Rufnummer natürlich. Da aber faktisch alle gefälschten Anrufe aus dem Ausland kommen, ist es kaum möglich, die Urheber auszuforschen. Eine Sperre der missbrauchten Telefonnummer würde zu keiner Verbesserung führen. Vielmehr könnten Sperren jene unbeteiligten Personen und Institutionen treffen, deren Telefonnummern missbräuchlich verwendet werden.

Hier sehen Sie die Meldungen des letzten Monats:

Pinganrufe

Belästigende Anrufe

Belästigende SMS

Hier sehen Sie den Verlauf der letzten Monate:

Diagramm Beschwerdeverlauf der letzten Monate
In diesem Diagramm wird der Verlauf der Pinganrufe, belästigenden Anrufe und belästigenden SMS der letzten Monate dargestellt. © RTR

Vermeintliche Anrufe der Polizei

Derzeit erhält die Meldestelle zahlreiche Meldungen über englischsprachige Anrufer oder Tonbandansagen, bei welchen vorgegeben wird vom "Austrian Police Department", "Federal Police Department", von "Europol" oder "Interpol" anzurufen. Dabei geben sich diese Betrüger als Polizeibeamte aus und teilen den Opfern mit, dass sie verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit ihren Bankkonten identifiziert haben. Sie fordern persönliche Daten, wie z.B. die Adresse oder Bankverbindung an oder geben gefälschte Haftbefehle vor. Die Täter fordern dazu auf Geld auf ein bestimmtes Bankkonto einzuzahlen bzw. Online Gutscheine zu kaufen. Ebenso werden die Angerufenen aufgefordert Schadsoftware zu installieren. 

Tipps zum Umgang mit derartigen Anrufen:

  • Kontaktaufnahme meiden bzw. Kontakt sofort abbrechen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihrer Person und Ihren Daten preis.

Derzeit missbräuchlich verwendete Telefonnummernbereiche:

  • +49176
  • +4916
  • +4915
  • +431879XXXX
  • +43188XXXXX
  • +43699 (z.B.: +43699190XXXXX, +43699135XXXXX, +43699116XXXXX)
  • +43681 (z.B.: +43681912XXXXX, +436811834XXXXX)
  • +43680
  • +43650
  • +43677
  • +43676
  • +43664
  • +43660

Diverse betrügerische SMS

Derzeit werden diverse betrügerische SMS mit unterschiedlichen Inhalten verschickt. Neben den bereits bekannten Paket-SMS kommt es gehäuft zu folgenden Meldungen:

  • gefälschte SMS von einem Bankunternehmen: per SMS wird man darüber informiert, dass das Konto angeblich gesperrt worden sei und eine neue Sicherheits-App installiert werden müsse. Beispiel: "Um die Sperrung Ihres Kontos zu vermeiden, ist es erforderlich unsere neue Sicherheits-App auf Ihrem Smartphone zu installieren. [Link]"
  • gefälschte SMS über ein hochgeladenes privates Video: es kursieren SMS mit einem Link zu einem privaten Video, das angeblich hochgeladen worden sei. Beispiel: "Warum ist unser privates Video auf dieser Website? [Link]", "Du solltest dir dieses Video ansehen... es geht um dich! [Link]" oder "Warum hat deine Schwester ein altes Video hochgeladen? [Link]"

Achtung: Klicken Sie nicht auf den Link in der SMS, löschen Sie die SMS und wenn möglich, blockieren Sie den Absender.

Betrügerische SMS zu Paketlieferungen

Derzeit werden zahlreiche betrügerische SMS über gefälschte Paketlieferungen gemeldet.  Der mitgeschickte Link in dieser SMS führt zu einer gefälschten Website (Website, die den Internetauftritten der verschiedenen Postdiensteanbieter ähnlich sind).

Achtung: 

  • Klicken Sie nicht auf den Link in der SMS,
  • löschen Sie die SMS und
  • wenn möglich, blockieren Sie den Absender.

Sollten Sie den Link geöffnet haben: 

  • Scannen Sie Ihr Handy auf Schadsoftware!
  • Wechseln Sie gegebenenfalls in den Flugmodus und kontaktieren Sie Ihren Mobilfunkanbieter! 
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

Für die drei größten Mobilfunkanbieter finden Sie hier Information und Unterstützung:

A1:
https://www.a1.net/connectlife/pd/phishing-sms/

Drei:
https://www.drei.at/de/info/betrugswarnung/

Magenta:
https://blog.magenta.at/2021/06/21/fake-sms/

Nähere Informationen finden Sie auch auf der Seite der Watchlist Internet. Beachten Sie bitte auch unsere Presseinformation zu diesem Thema.

Scam-Anrufe - Vermeintliche Anrufe von Supportmitarbeitern (Microsoft)

Thema: Datendiebstahl, Phishing, Scam-Anrufe, Schadsoftware

Vermehrt werden Eingaben über belästigende Anrufe registriert, bei denen sich Personen (meist in schlechtem Englisch) als Mitarbeiter von „Microsoft“ ausgeben und versuchen, über den angeblich notwendigen Customer Support Daten abzufragen. Als Teil der Lösung eines angeblich bei Ihnen als Kunde bestehenden Problems werden Einmalzahlungen, Abonnements, aber auch die Installation von Anwendungen angeboten. Wir wissen, dass die dabei am Display angezeigten Telefonnummern gefälscht sind und der Teilnehmer hinter der angezeigten Nummer in der Regel nicht der Schädiger (Anrufer) ist. Es werden dabei "normale" Telefonnummern angezeigt, offenbar um kein Misstrauen zu erregen und zum Abheben zu motivieren.

Tipps zum Umgang mit derartigen Anrufen:

  • Kontaktaufnahme meiden bzw. Kontakt sofort abbrechen.
  • Rufen Sie keinesfalls die angezeigte Telefonnummer zurück.
  • Geben Sie keine Details zu Ihrer Person und Ihren Daten preis.
  • Haben Sie als Microsoft Kunde den Anleitungen eines solchen Scam-Anrufs Folge geleistet, so deinstallieren Sie umgehend alle im Zuge des Anrufs vorgenommenen Anwendungen. Versuchen Sie, etwaig getätigte Zahlungen zu stornieren.
  • Leider haben uns Meldungen erreicht, dass die Belästigungen häufig wiederholt werden. Wenn Sie daher schon belästigt werden und am Display Ihnen unbekannte Telefonnummern sehen, heben Sie am besten gar nicht ab.

Microsoft selbst bietet einen Customer Support für diese Fälle an.

Derzeit missbräuchlich verwendete Telefonnummernbereiche:

  • +44
  • +45
  • +493

Weinumfragen

Derzeit häufen sich Meldungen zu belästigenden Anrufen, bei denen Ihnen Fragen zu Ihren persönlichen Weinvorlieben gestellt werden. Im Zuge des Telefonates verspricht man, Ihnen etwa eine kleine „Überraschung“ zukommen zu lassen, um an Ihre Daten, wie Name und Anschrift zu kommen.

Wir empfehlen Ihnen in diesem Zusammenhang aber auch generell, sorgfältig mit Ihren persönlichen Daten (Telefonnummern und sonstigen Kontaktdaten, aber insbesondere auch Kontoverbindungsdaten) umzugehen.

Weitere Hinweise finden Sie unter Meldestelle Rufnummernmissbrauch.

Derzeit missbräuchlich verwendete Vorwahlbereiche:

  • +43676
  • +43650
  • +43660
  • +43664
  • +43677
  • +43680


Online Trading

Es mehren sich Meldungen zu vermeintlichen Betrugsanrufen (u.a. werden immer wieder „WilliamPartners“ und "goldstein-invest.com" genannt), bei denen zu Investitionen auf Online-Trading-Plattformen geraten wird. Der Inhalt der Investitionen betrifft diverse Anlagemöglichkeiten wie z.B. Forex-Handel, Kryptowährung etc. Mit scheinbar besonders lukrativen Investitionsmög­lichkeiten, wird besonders schnelles Geld ­versprochen. Optisch und technisch sind die Internetseiten der Handelsplattformen sehr gut gemacht, weshalb es schwierig ist, seriöse Anbieter von mutmaßlichen Betrügern zu unterscheiden.
Wir empfehlen Ihnen eingehende Internet-Recherchen zu den Plattformen zu betreiben und keine vertraulichen Bankdaten weiter zu geben.

Weitere Informationen zu WilliamPartners:

Sonstige Informationen:

Derzeit missbräuchlich verwendete Telefonnummernbereiche:

  • +44

Gewinnversprechen

Die Meldestelle nimmt immer wieder Einmeldungen zu angeblichen Gewinnversprechen wahr. Dabei werden unterschiedliche Varianten angewandt. Die Methode ist jedoch immer die gleiche: Vor der Gewinnübergabe werden die Opfer aufgefordert eine Gegenleistung zu erbringen: Gebühren zu bezahlen, teure Mehrwertnummern anzurufen oder persönliche Daten preiszugeben.

Derzeit häufen sich Meldungen von Betroffenen, denen mitgeteilt wurde, dass ein Gratisabo für ein Gewinnspiel abgelaufen sei und kostenpflichtig werde. Man müsse die Mehrwertrufnummer 0930/828678 anrufen, um das Abo nun zu kündigen.