• Bereich
    Förderungen
  • Datum
    03.11.2026

Wenn KI auf Kreativität trifft: Rückblick auf die re:publica 

Re:publica Vienna 2026: Die RTR war mit dabei!

Am 2. und 3. Oktober 2026 feierte die re:publica ihre Premiere in Wien und die RTR war als Partnerin mit gleich zwei Programmpunkten dabei. Im Mittelpunkt standen Themen, die die Medienwelt aktuell besonders bewegen: Künstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Frage, wie neue Technologien die Film- und Medienproduktion verändern.

anwesendes Publikum bei der re:publica Vienna
© RTR/MEn

Zwei Tage voller Ideen, spannender Diskussionen und neuer Perspektiven: Im Kulturhaus Brotfabrik drehte sich alles um die digitale Zukunft. Rund 170 Speaker waren mit dabei, darunter bekannte Namen wie Ingrid Brodnig, Florian Klenk, Marlene Engelhorn, Karim El-Gawhary, Collien Fernandes und Aya Jaff. Ob Medien, Politik, Wissenschaft oder Kreativwirtschaft, die re:publica brachte unterschiedlichste Menschen und Sichtweisen zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen, gesellschaftliche Herausforderungen und die Frage, wie wir unsere digitale Zukunft gestalten wollen.

KI und Urheberrecht: Wer darf eigentlich was?

Timo Steyer beim Präsentatieren der von der RTR beauftragten Studie „KI und Urheberrecht“
© RTR/LinkedIn

Mit gleich zwei Programmpunkten war die RTR auf der re:publica vertreten. Den Auftakt machte die Präsentation der von der RTR beauftragten Studie „KI und Urheberrecht“. Denn KI eröffnet nicht nur neue kreative Möglichkeiten, sondern wirft auch rechtliche Fragen auf. Wem gehören KI-generierte Inhalte? Und welche Regeln gelten beim Training von KI-Modellen?

Diesen und weiteren Fragen widmeten sich Prof. Matthias C. Kettemann und Meryem V. Sie gaben Einblicke in die Ergebnisse der Studie und beleuchteten die urheberrechtlichen Herausforderungen entlang der KI-Wertschöpfungskette. Durch die Präsentation führte Timo Steyer von der KI-Servicestelle der RTR.

Die vollständige Studie wird in den nächsten Wochen auf der Website der RTR veröffentlicht.


Filmstandort Österreich: Kreativität trifft KI

Auch der Fernsehfonds Austria war mit einer eigenen Masterclass vertreten. Unter dem Titel „Filmstandort Österreich: Kreativität trifft KI“ ging es darum, wie KI die Film- und Medienproduktion schon heute verändert. Welche neuen Möglichkeiten entstehen dadurch? Und was bedeutet das für den Filmstandort Österreich?

Durch die Masterclass führte Sophie Ernest, Leiterin des Kompetenzzentrums im Fachbereich Medien der RTR. Expert:innen zeigten, was mit KI bereits möglich ist. Von intelligenten KI-Agenten über neue Bild- und Videomodelle bis hin zu einem konkreten Filmprojekt war alles dabei.

 

KI-Agenten: Wenn KI nicht nur antwortet, sondern handelt

KI kann längst mehr, als nur Fragen zu beantworten. Das zeigte Stefan Erschwendner von frontira in seinem Vortrag. Sogenannte KI-Agenten können selbstständig recherchieren, programmieren und ganze Arbeitsschritte übernehmen. Was bisher viel Zeit und technisches Know-how erforderte, lässt sich damit deutlich einfacher und schneller umsetzen.

Besonders spannend: Mit KI-Agenten können Unternehmen sogar eigene Software entwickeln, die genau auf ihre Arbeitsabläufe zugeschnitten ist. Dafür braucht es nicht unbedingt Programmierkenntnisse. Erschwendners Botschaft: Einfach selbst ausprobieren! Denn oft wird erst dann bewusst, was mit KI heute schon alles möglich ist.

 

Creative AI: Wie KI die Medienproduktion verändert

Stefan Kollinger, Chief Innovation Officer des ORF, vor Präsentationsbeginn
© RTR/LinkedIn

Wie rasant sich KI entwickelt, zeigte Stefan Kollinger, Chief Innovation Officer des ORF, anhand eindrucksvoller Videobeispiele. Was vor wenigen Jahren noch künstlich und wenig überzeugend wirkte, sieht heute oft täuschend echt aus. KI eröffnet damit völlig neue Möglichkeiten für die kreative Gestaltung und Produktion von Medieninhalten.

Doch wie erkennt man künftig, ob ein Bild oder Video echt ist? Und wie geht man verantwortungsvoll mit KI-generierten Inhalten um? Auch diesen Fragen widmete sich Kollinger. Besonders im Journalismus gewinnen Transparenz, Kennzeichnung und Faktenprüfung zunehmend an Bedeutung. Der ORF beschäftigt sich bereits intensiv mit diesen Herausforderungen. Neben eigenen KI-Anwendungen setzt er dabei auch auf klare Leitlinien für den Einsatz der Technologie.

 

Wenn KI auf Filmkunst trifft: Ein Blick hinter die Kulissen

Jakob Leitner und Ben Bredl, von Sequence Five, präsentieren ihr Projekt „Weltmeister, Oida!“.
© RTR/MEn

Wie sieht KI-gestützte Filmproduktion in der Praxis aus? Das zeigten Jakob Leitner und Ben Bredl von Sequence Five anhand ihres Projekts „Weltmeister, Oida!“. Die beiden gaben spannende Einblicke hinter die Kulissen und erzählten, wie ihr Film mithilfe von KI entstanden ist. 

Dabei lief nicht immer alles nach Plan. Besonders eine Chorszene stellte die beiden vor Herausforderungen. Die Lösung? Ein echter Gesangsverein unterstützte dort, wo die KI an ihre Grenzen stieß. Jakob Leitner musste den Song sogar persönlich einsingen, damit die KI die Lippenbewegungen der einzelnen Personen richtig darstellen konnte. Aber auch rechtliche Fragen spielten eine wichtige Rolle, etwa die Einwilligung der beteiligten Personen oder der Umgang mit geschützten Inhalten. 

Ein besonderes Highlight war die Live-Demonstration ihrer Software. Die Teilnehmenden konnten direkt mitverfolgen, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein KI-generiertes Video entsteht. Und das Beste: Über einen Demo-Link durften sie die Software sogar selbst ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln.

Wie das Ergebnis aussehen kann, zeigt „Weltmeister, Oida!“: https://youtu.be/LmGYLl02w64?si=lDhWFeU4R0Rhliye

 

KI ist längst keine Zukunftsmusik mehr

Die re:publica Vienna hat eines deutlich gemacht: KI verändert die Medienwelt schon heute. Sie eröffnet neue kreative Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Mit ihren beiden Programmpunkten zeigte die RTR, wie wichtig es ist, diese Entwicklungen aktiv zu begleiten und gemeinsam zu gestalten. Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob KI unsere Medienwelt verändert, sondern wie wir damit umgehen.



Mit den RTR-Newslettern einfach informiert bleiben!