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    03/2026
  • Datum
    02.07.2026

63. EPRA-Plenarsitzung in Tirana: Medienregulierung im Wandel

Im Rahmen der EPRA-Jahrestagung in Tirana diskutierten KommAustria und RTR Medien gemeinsam mit europäischen Regulierungsbehörden aktuelle Entwicklungen im Bereich der Barrierefreiheit audiovisueller Inhalte sowie der Klassifizierung neuer und hybrider Medienangebote und brachten dabei österreichische Erfahrungen und Perspektiven ein.

63. Treffen der European Platform of Regulatory Authorities (EPRA), das im Mai in Tirana (Albanien) stattfand. © AMA

Die 63. Sitzung der European Platform of Regulatory Authorities (EPRA) fand von 20. bis 22. Mai 2026 in Tirana, Albanien, statt. Gastgeberin war die albanische Medienregulierungsbehörde AMA.  Die Europäische Plattform für Regulierungsbehörden im Medienbereich umfasst 56 Mitglieder aus 47 Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union und versteht sich als zentrale Kommunikations- und Austauschplattform für die internationale Zusammenarbeit von Regulierungsbehörden.

Die beiden Vertreter:innen der österreichischen Kommissionsbehörde KommAustria posieren für die Kamera vor einer Wand mit den Logos und Schriftzügen des 63. EPRA Meetings.
Links steht Irina Pober und rechts Stefan Rauschenberger. © RTR

Für Österreich nahmen Mag. Stefan Rauschenberger, Leiter der Rechtsabteilung im Fachbereich Medien der RTR, und Mag. Irina Pober, Verantwortliche für internationale Beziehungen desselben Fachbereichs, in Vertretung der Kommunikationsbehörde Austria teil.

Im Mittelpunkt der Tagung standen insbesondere Fragen der Barrierefreiheit audiovisueller Inhalte sowie die Klassifizierung neuer und hybrider Medienangebote in einem sich rasch wandelnden Markt. Durch Beiträge zu Fachsessions und die Moderation eines Roundtables durch Stefan Rauschenberger konnten österreichische Perspektiven und Praxiserfahrungen gezielt in die Diskussionen eingebracht werden.


Teilnehmende diskutieren in Kleingruppen an runden Tischen während einer interaktiven Roundtable-Session. Auf der Bühne wird eine Präsentation gezeigt.
Die Teilnehmenden diskutierten im Rahmen interaktiver Roundtable-Sessions über aktuelle regulatorische Herausforderungen. © AMA

Im Rahmen des interaktiven Peer-Learning-Formats zur Barrierefreiheit diskutierten Regulierungsbehörden, Plattformen und Zivilgesellschaft über Strategien zur Verbesserung der Barrierefreiheit audiovisueller Inhalte. Thematisiert wurden unter anderem KI-gestützte Lösungen für Audiodeskription und Untertitelung sowie die Zusammenarbeit mit Organisationen von Menschen mit Behinderungen. Vertreter:innen der britischen Regulierungsbehörde Ofcom betonten, dass barrierefreie Inhalte nicht nur quantitative Vorgaben erfüllen, sondern auch qualitative Standards einhalten müssten.

Ein Mann steht vor einer Bühne und hält einen Vortrag.
Präsentation zu Barrierefreiheit und inklusiver Mediengestaltung. © AMA

Gleichzeitig könne der Einsatz von KI vertretbare Qualitätseinbußen rechtfertigen, wenn dadurch deutlich mehr Inhalte zugänglich werden. Als besondere Herausforderung wurde die Automatisierung von Gebärdensprache hervorgehoben, bei der menschlicher Input weiterhin entscheidend bleibt. Ein zentrales Learning der Sitzung war, dass freiwillige Maßnahmen allein oft nicht ausreichen, um substanzielle Fortschritte bei der Barrierefreiheit zu erzielen.

Ein weiterer Schwerpunkt der EPRA-Sitzung war die Klassifizierung von Medienangeboten in einem zunehmend dynamischen digitalen Umfeld. Diskutiert wurden praktische und regulatorische Herausforderungen bei der Einordnung neuer oder hybrider Mediendienste, etwa im Zusammenhang mit Lizenzierungsmodellen, Meldepflichten und der Abgrenzung unterschiedlicher Medienformen. Ziel des Austauschs war es, gemeinsame Strategien für eine zeitgemäße Medienregulierung zu entwickeln und voneinander zu lernen. Die Diskussionen machten deutlich, dass technologische Entwicklungen und neue Plattformformate bestehende regulatorische Kategorien zunehmend herausfordern.


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