Präsentation des heurigen Digital News Report : Wie sich der Nachrichtenkonsum in Österreich verändert
Als Mitglied des Digital News Report Network Austria, war die RTR Medien am 16. Juni Gastgeber für die Präsentation der diesjährigen Untersuchung, die einmal mehr fundierte Einblicke in die Nachrichtennutzung der österreichischen Bevölkerung im Alter ab 18 Jahren bietet.
Der jährlich vom Reuters Institute for the Study of Journalism (University of Oxford) veröffentlichte Digital News Report basiert auf einer globalen Befragung von knapp 100.000 Nachrichten-Konsumentinnen und -Konsumenten in 48 Ländern und zählt zu den wichtigsten internationalen Studien zur Mediennutzung. Die österreichische Erhebung wird seit 2016 vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg verantwortet. Dessen Projektteam vertraten in der Präsentation Stefan Gadringer und Magdalena Holzapfel. Weitere Mitglieder des Teams sind Josef Trappel und Sergio Sparviero.
Ein zentrales Ergebnis: Soziale Medien haben ihre Rolle weiter ausgebaut und sind mittlerweile die zweitwichtigste Nachrichtenquelle der Österreicher:innen und Österreicher. Bereits 18,3 Prozent der Bevölkerung nennen Social Media als primären Zugang zu Nachrichten – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2025: 14,8 Prozent). Nur das Fernsehen liegt noch davor und wird unverändert zum Vorjahr von 29,7 Prozent der Bevölkerung am häufigsten für den Nachrichtenkonsum genutzt.
Allerdings zeigt sich besonders in der jungen Zielgruppe ein klarer Wandel: Bei den 18- bis 24-Jährigen dominieren soziale Medien mit 46,7 Prozent als meistgenannte Nachrichtenquelle deutlich (2025: 33,1 %), während das Fernsehen für nur noch 13,7 % die wichtigste Nachrichtenquelle darstellt.
Alternative Akteure gewinnen weiter an Einfluss. Fast ein Drittel der Befragten konsumiert Nachrichten über Creator:innen und Influencer:innen – bei jungen Nutzer:innen liegt dieser Wert sogar bei über 50 Prozent. Nachrichten verlagern sich damit zunehmend hin zu Einzelpersonen und neuen Formaten, die klassische redaktionelle Angebote ergänzen oder teilweise ersetzen. Gleichzeitig setzt sich die Diversifizierung fort – insbesondere über Videoformate und Podcasts. Letztere behaupten ihre Relevanz: Mehr als jede zehnte befragte Person hatte in der vorangegangenen Woche einen Nachrichten-Podcast gehört.
Im Anschluss an die Präsentation diskutierten hochkarätige Vertreter:innen aus Medien und Kommunikation die Ergebnisse und ihre Implikationen für den Journalismus in Österreich. Am Podium vertreten waren Maria Scholl (APA), Daniela Kraus (Presseclub Concordia), Johannes Bruckenberger (ORF), Andreas Grassl (Geopolitischer Analyst & Newsfluencer) und Gerlinde Hinterleitner (Digital Allianz). Die Diskussion machte deutlich: Die Herausforderungen für klassische Medien wachsen – gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für innovative Formate und Zugänge.
Der Digital News Report 2026 auf der Website des DNR Network Austria zeigt klar: Die Medienlandschaft wird fragmentierter, persönlicher und plattformgetriebener. Für Medienhäuser, Journalist:innen und Kommunikationsverantwortliche bedeutet das vor allem eines – sich kontinuierlich anzupassen und neue Wege der Ansprache zu entwickeln.