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    03/2026
  • Datum
    02.07.2026

Studienvorstellung: Analyse des Betrugsökosystemss auf Meta-Plattformen

KommAustria-Studie zeigt: Betrügerische Werbung auf großen Plattformen stellt ein systemisches Risiko dar  

Bernhard Jungwirth, Timo Breski, Valentine Auer, Susanne Lackner, Martin Grasel (v.l.) © RTR I Alina Baumgartner

Über 634.000 betrügerische oder problematische Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram mit mehr als einer Milliarde Impressionen in der Europäischen Union und rund 123 Millionen Impressionen in Österreich: Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Analyse des Betrugsökosystems auf Meta-Plattformen“, die die KommAustria am 1.6.2026 im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe zum Digital Services Act präsentierte. Die Untersuchung analysiert das Ausmaß, die Funktionsweise und die Herausforderungen bei der Bekämpfung betrügerischer Werbung auf großen Online-Plattformen.

Susanne Lackner
Susanne Lackner © RTR I Alina Baumgartner

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Dr. Susanne Lackner, stellvertretende Vorsitzende der KommAustria, alle Teilnehmer:innen im Namen des Österreichischen Koordinators für digitale Dienste und betonte die Bedeutung wissenschaftlicher Analysen für die Bekämpfung von betrügerischen Inhalten online. Sie hob hervor, dass Online-Werbung ein Einfalltor für unterschiedliche Betrugsformen darstellen kann und die Erkenntnisse der Studie einen wichtigen Beitrag für die regulatorische Praxis sowie die Weiterentwicklung der Plattformaufsicht leisten.

Kabir Sabharwal
Kabir Sabharwal © RTR I Alina Baumgartner

Im Anschluss gab Kabir Sabharwal (Policy Officer, DG CNECT) eine Einführung in den europäischen Rechtsrahmen im Bereich Konsumentenschutz. Er betonte die Rolle des Digital Services Act bei der Regulierung großer Online-Plattformen und ging insbesondere auf die Verpflichtungen von Very Large Online Platforms (VLOPs) zur Bewertung und Minderung systemischer Risiken ein. Darüber hinaus stellte er die Zuständigkeiten der Europäischen Kommission und der nationalen Koordinator für Digitale Dienste im Rahmen der DSA-Durchsetzung vor und ordnete die Bedeutung von Werbetranzparenz für eine effektive Plattformaufsicht ein.

Valentine Auer
Valentine Auer © RTR I Alina Baumgartner

Anschließend präsentierte Valentine Auer (ÖIAT) die Ergebnisse der Studie. Die Untersuchung identifizierte mehr als 634.000 betrügerische oder problematische Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram, die insgesamt über eine Milliarde Impressionen in der Europäischen Union und rund 123 Millionen Impressionen in Österreich erzielten.

Die Analyse zeigt, dass insbesondere Anzeigen zu Online-Glücksspiel, Investmentbetrug, Fake-Shops und dubiosen Nahrungsergänzungsmitteln verbreitet werden. Dabei setzen die Betreiber regelmäßig auf bekannte Medienmarken, prominente Persönlichkeiten oder öffentliche Institutionen als Vertrauensanker und arbeiten mit künstlichem Zeitdruck oder vermeintlich exklusiven Angeboten. Gleichzeitig verdeutlicht die Studie die Herausforderungen der Moderation: Obwohl bereits 62,4 Prozent der identifizierten Anzeigen entfernt wurden, bleiben viele Betrugsanzeigen nur kurze Zeit online und werden laufend durch neue ersetzt. Zudem erschweren Transparenzlücken – etwa bei der Identität von Werbetreibenden oder der Verfügbarkeit von Anzeigen in den Werbebibliotheken – die systematische Analyse und Aufsicht.

Martin Grasel, Bernhard Jungwirth, Timo Breski
Martin Grasel, Bernhard Jungwirth, Timo Breski (v.l.) © RTR I Alina Baumgartner

Im Anschluss diskutierten Martin Grasel (Cyber Crime Competence Center) und Bernhard Jungwirth (ÖIAT) die Ergebnisse der Studie und ihre praktischen Auswirkungen. Moderiert wurde das Gespräch von Timo Breski (RTR Medien). Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen bei der Bekämpfung betrügerischer Werbung, die Verantwortung großer Online-Plattformen sowie die Bedeutung transparenter Werbebibliotheken für Forschung und Aufsicht. Einigkeit bestand darüber, dass betrügerische Werbung auf großen Plattformen kein Randphänomen, sondern ein systemisches Risiko darstellt und die bestehenden Maßnahmen derzeit nicht ausreichen, um dieses nachhaltig einzudämmen.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen an die Vortragenden und Diskutierenden zu richten. Die Diskussion griff insbesondere Fragen zur praktischen Durchsetzung des Digital Services Act, zur Verantwortung der Plattformbetreiber sowie zu den Möglichkeiten einer wirksameren Bekämpfung betrügerischer Online-Werbung auf. 

Die Studie steht auf der Website der RTR zum Download zur Verfügung. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie auf dem Youtube-Kanal der RTR. 


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