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    04/2026
  • Datum
    14.10.2026

Disinformation Conference 2026: Neue Strategien gegen digitale Desinformation

 Jessica Valisa, Daten-Analystin der RTR Medien, moderierte ein Panel im Rahmen der Konferenz, die sich dem Kampf gegen Desinformation widmet

Die Bühne der Konferenz © EU DisinfoLab

Wie lassen sich systemische Risiken durch Desinformation auf Online-Plattformen verlässlich messen und wie können die gewonnenen Erkenntnisse für die Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) genutzt werden? Mit dieser Frage befasste sich das Panel „Disinformation Metrics for Enforcement: Can We Measure What Matters?“ am 7. Oktober 2026 im Rahmen der Disinformation Conference 2026 des EU DisinfoLab in Vilnius, Litauen. Die KommAustria war als Österreichs Koordinatorin für Digitale Dienste eingeladen, die Moderation dieses Panels zu betreuen und entsendete dazu Jessica Valisa, Daten-Analystin der RTR Medien.

Jessica Valisa auf der Bühne der Disinfo 2026
Jessica Valisa, Daten-Analystin der RTR Medien © Julie Demaline

Gemeinsam mit Jessica Valisa diskutierten Emmanuel Vincent, Gründer und Geschäftsführer der Organisation Science Feedback, und Fabio Daniele vom Global Disinformation Index aktuelle Forschungsansätze zur Messung von Desinformation.

Im Mittelpunkt standen Analysen zur Reichweite und Löschung von Fehlinformationen sowie zur wachsenden Rolle KI-generierter Inhalte bei der Verbreitung von Desinformation im Internet. Um diese Entwicklungen besser untersuchen zu können, hat Science Feedback das SIMODS-Projekt entwickelt, das einheitliche Indikatoren bereitstellt, um Desinformation auf unterschiedlichen Plattformen und in europäischen Ländern systematisch zu untersuchen und zu vergleichen.

Eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung von Desinformation spielen auch die dahinterstehenden wirtschaftlichen Interessen. Fabio Daniele stellte hierzu zivilgesellschaftliche Initiativen vor, die untersuchen, wie die Urheber solcher Inhalte über digitale Plattformen Einnahmen erzielen. Dabei wurden auch neue Ansätze zur plattformübergreifenden Erfassung von Monetarisierungspraktiken und die methodischen Herausforderungen dieser Forschung thematisiert. Die wirtschaftliche Bedeutung anonymer Inhalteanbieter und die teilweise unzureichende Transparenz über diese Akteure stellen Plattformen bei der Untersuchung und Eindämmung von Desinformation weiterhin vor große Herausforderungen.

Für die Arbeit der KommAustria als Koordinatorin für Digitale Dienste ist die Verfügbarkeit unabhängiger und vergleichbarer Erkenntnisse über Risiken und Plattformpraktiken von besonderer Bedeutung. Wissenschaftlich fundierte Indikatoren und mehr Transparenz über die Monetarisierung von Desinformation können dazu beitragen, die Diskussion über die Wirksamkeit dieser Maßnahmen auf eine belastbare Grundlage zu stellen und die Durchsetzung des europäischen Regelwerks weiterzuentwickeln.

Der DSA misst der Integrität des öffentlichen Diskurses damit, der Desinformation als systemisches Risiko der Nutzung sehr großer Plattformen, einen sehr hohen Stellenwert bei. Der DSA verpflichtet sehr große Online-Plattformen und Suchmaschinen, systemische Risiken zu bewerten und Maßnahmen zu ihrer Minderung zu ergreifen. Dazu zählen auch Risiken im Zusammenhang mit der Verbreitung illegaler Inhalte. Zwar liegt die Verantwortung für die Bewertung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen bei der Europäischen Kommission, die KommAustria wirkt dabei jedoch gemeinsam mit den anderen nationalen Koordinatoren im Rahmen des Europäischen Gremiums für digitale Dienste mit. Unabhängige Forschung und belastbare Daten tragen wesentlich dazu bei, Risiken durch die Verbreitung von Desinformation besser einzuordnen und die Wirksamkeit der von Plattformen gesetzten Maßnahmen nachvollziehbar zu bewerten.


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