Jährlicher Austausch der deutschsprachigen Medienregulierungs-Einrichtungen heuer in Luxemburg
Auf Einladung der "Autorité luxembourgeoise indépendante de l’audiovisuel" (alia), fand am 1. und 2. Oktober 2026 das Jahrestreffen der "Trimediale" in Luxemburg statt. Der jährliche, fachliche Austausch deutschsprachiger Medien-Regulierungseinrichtungen geht auf eine Initiative Österreichs (KommAustria/RTR), Deutschlands (die medienanstalten) und der Schweiz (BAKOM) zurück ("Trimediale"). Luxemburg (alia) und Liechtenstein (Amt für Kommunikation) kamen hinzu und heuer erweiterte erstmals der "Medienrat der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens" den Kreis. Für Österreich nahmen der KommAustria-Vorsitzende Michael Ogris und der Leiter der Medien-Rechtsabteilung der RTR, Stefan Rauschenberger, an dem Arbeitstreffen um aktuelle Entwicklungen der europäischen Medienregulierung und dem Austausch von Erfahrungen aus der Aufsichtspraxis teil.
Der neu hinzugekommene Medienrat ist die unabhängige und weisungsfreie Regulierungsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der rund 850 Quadratkilometer großen Ostregion Belgiens und beaufsichtigt insbesondere wirtschaftliche (d.h. gegen Entgelt erbrachte) Mediendienste, wie audiovisuelle und auditive Mediendienste sowie Video-Sharing-Plattform-Dienste, deren Anbieter in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit ihren knapp 80.00 Einwohnern ansässig sind.
Im Mittelpunkt des Arbeitsprogramms der Trimediale standen aktuelle Themen der europäischen Medienaufsicht. So wurde ein Rückblick auf die Arbeit des Europäischen Media Boards gegeben und über die künftige Zusammenarbeit in den verschiedenen Expertengruppen und Gremien diskutiert. Dabei standen insbesondere Fragen der Koordination, des Informationsaustauschs und der gemeinsamen Positionierung zu medienpolitischen Themen im Fokus.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Regulierung von Künstlicher Intelligenz im Medienbereich. Diskutiert wurden die Auswirkungen KI-gestützter Systeme auf die Erstellung, Verbreitung und Auffindbarkeit von Medieninhalten sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für Transparenz, Verantwortung und Aufsicht. Vor dem Hintergrund des europäischen Regulierungsrahmens wurde erörtert, welche Rolle Medienbehörden künftig bei der Begleitung und Umsetzung neuer KI-Vorgaben einnehmen können und wie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Innovation, Nutzer:innenschutz und Meinungsvielfalt gewährleistet werden kann.
Intensiv behandelt wurden auch Fragen der Barrierefreiheit audiovisueller Medienangebote. Im Mittelpunkt standen praktischen Erfahrungen aus der Umsetzung bestehender und kommender Anforderungen. Die Teilnehmenden tauschten sich über bereits bewährte Ansätze zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Medieninhalten für Menschen mit Behinderungen aus und diskutierten die Herausforderungen bei der Weiterentwicklung entsprechender Qualitätsstandards. Die Bedeutung barrierefreier Medienangebote als Voraussetzung für eine umfassende gesellschaftliche Teilhabe wurde dabei besonders hervorgehoben.
Zum Programm des Trimediale-Treffens 2026 in Luxemburg zählte aber auch ein Besuch bei SES (Société Européenne des Satellites), einem der weltweit führenden Satellitenbetreiber. Im Rahmen einer Führung, erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Satellitenkommunikation und deren Bedeutung für die europäische Medienlandschaft.
Die Trimediale 2026 verdeutlichte einmal mehr den hohen Stellenwert des grenzüberschreitenden Austauschs zwischen den Medienregulierungsbehörden des deutschsprachigen Raums. Der regelmäßige Dialog trägt wesentlich dazu bei, gemeinsame Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren, Erfahrungen zu teilen und die Zusammenarbeit in einem zunehmend europäischen Regulierungsumfeld weiter zu stärken, aber auch zu harmonisieren.