Bild für den Bereich Wettbewerbsregulierung

Zusammenschaltung

Die Zusammenschaltung von Kommunikationsnetzen dient der wechselseitigen Erreichbarkeit („Interoperabilität“) zwischen den Teilnehmern aller öffentlichen Telefonnetze. Gleichzeitig wird dadurch sichergestellt, dass neu eintretende Marktteilnehmer ihre Dienstleistungen am Markt anbieten können. Die Zusammenschaltung stellt somit einen wesentlichen Bestandteil der Wettbewerbsregulierung dar. 

Verfahren der Zusammenschaltung

Betreiber eines öffentlichen Kommunikationsnetzes werden verpflichtet, anderen Betreibern auf Nachfrage ein Angebot auf Zusammenschaltung zu legen. Alle Beteiligten haben dabei das Ziel anzustreben, die Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer verschiedener öffentlicher Kommunikationsnetze untereinander zu ermöglichen und zu verbessern. Kommt zwischen diesen Betreibern keine Einigung zustande, so kann jeder der Beteiligten die Regulierungsbehörde anrufen. Voraussetzung dafür ist, dass eine Zusammenschaltungsleistung nachgefragt wurde und die Betreiber (zumindest) sechs Wochen über diese Zusammenschaltungsleistung verhandelt haben. Weiters ist Voraussetzung, dass zwischen den Kommunikationsnetzbetreibern keine aufrechte Vereinbarung bzw. keine Anordnung der Regulierungsbehörde vorliegt.

Der Bescheid der Regulierungsbehörde, in dem Bedingungen für die Zusammenschaltung angeordnet werden, ersetzt den nicht zustande gekommenen Vertrag zwischen den Betreibern.

Bei Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht kann die Zusammenschaltung besonders ausgestaltet werden.

Entgelte für Zusammenschaltungsleistungen

Bei Zusammenschaltungsvereinbarungen kommt meistens den Entgelten für Originierungs- und Terminierungsleistungen eine besondere Bedeutung zu. Bei der Bestimmung der Entgelte können verschiedene Maßstäbe zugrunde gelegt werden:

  • Top-Down: Die Kosten für Inanspruchnahme der entsprechenden Netzelemente eines konkreten Betreibers werden herangezogen.
  • Forward Looking Long Run Average Incremental Costs: Bei Top-Down Ansätzen von besonderer Bedeutung sind die durchschnittlichen langfristigen Zusatzkosten (vgl. das unten angeführte Positionspapier der RTR).
  • Bottom-Up: Die Kosten eines hypothetischen effizienten Betreibers werden ermittelt.
  • Benchmarking: Festlegung der Entgelte durch Heranziehung der Originierungs- bzw. Terminierungsentgelte anderer nationaler oder internationaler Betreiber für vergleichbare Leistungen.

 Hier finden Sie allgemeine Informationen zur regulatorischen Kostenrechnung.

Die aktuellen Standardzusammenschaltungsangebote sind hier veröffentlicht: