Roaming in der EU

Die mit dem Symbol gekennzeichneten Begriffe erklären wir Ihnen im Glossar.

Die Nutzung von Telefonie, SMS und Datendiensten (Internet) mit Ihrem mobilen Endgerät (z.B. Handy, Datenstick) in einem besuchten Netz (Mobilnetz in einem anderen Mitgliedstaat als dem des inländischen Betreibers) der Europäischen Union und den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen durch besondere Bestimmungen in der Roaming-Verordnung (Roaming-VO) geregelt.

Hinweis: Roaming ist nicht zu verwechseln mit internationalen Gesprächen! Unter internationalen Gesprächen („Auslandsgesprächen”) versteht man z.B. einen Anruf von Österreich ins Ausland. Dies ist kein Roaming und fällt somit nicht unter die Roaming-VO. Betreiber können ihre Preise für internationale Gespräche grundsätzlich frei festsetzen.

 

Preisgrenzen

Ab dem 30. April 2016 beginnt eine Übergangsphase, die der erste Schritt auf dem Weg zur endgültigen Abschaffung der Roaminggebühren in der EU ist.

Innerhalb dieser Übergangsperiode, die bis zum 14. Juni 2017 andauern soll, darf Ihnen der Betreiber zusätzlich zum inländischen Endkundenpreis einen Roamingaufschlag verrechnen, jedoch dürfen dabei bestimmte Höchstentgelte nicht überschritten werden. Bei Tarifen mit inkludierten Einheiten sind nach der neuen Regelung Roamingeinheiten genauso wie inländische Einheiten von den inkludierten Mengen abzuziehen; zusätzlich kann jedoch ein maximaler Aufschlag je Minute, SMS oder MB verechnet werden. Wie bisher, können Sie auch weiterhin von alternativen Roamingtarifen, sofern vom Betreiber angeboten, Gebrauch machen.

Maximale Entgelte bei Verrechnung eines Aufschlages zum inländischen Endkundenpreis

Tarife mit inkludierten Einheiten: Abzug der inkludierten Einheit (inländischer Preis) plus Aufschlag (inkl. USt.), nicht mehr als Tarife mit Abrechnung pro min/SMS/MB: inländischer Endkundenpreis pro min/SMS/MB plus Aufschlag (inkl. USt), nicht mehr als
Abgehende Anrufe: 0,06 Euro Abgehende Anrufe: 0,228 Euro
Ankommende Anrufe: 0,01296 Euro Ankommende Anrufe: 0,01296 Euro
SMS: 0,024 Euro, für den Empfang darf kein Aufschlag verrechnet werden SMS: 0,072 Euro
Daten: 0,06 Euro/MB, dies gilt auch für MMS falls diese inkludiert sind Daten/MMS: 0,24 Euro/MB bzw. pro MMS

Nach Überschreiten der inkludierten Freieinheiten darf der Betreiber den inländischen Endkundenpreis plus Aufschlag verrechnen.

Wenn kein zusätzlicher Aufschlag verrechnet wird, darf der Betreiber maximal ein Entgelt in Höhe des inländischen Entgelts in ein anderes Netz („Off-net–Preis“), welches für den jeweiligen Dienst im Inland verrechnet wird, verrechnen. Die oben genannten Höchstentgelte gelten in diesem Fall nicht.

Taktung

Die Regelungen zur Taktung in der Roamingverordnung beziehen sich auf den Aufschlag. So gilt bei Roamingdiensten grundsätzlich die Taktung des inländischen Tarifs. Wenn der Betreiber jedoch einen zusätzlichen Aufschlag verrechnet, ist dieser wie folgt abzurechnen:

  • Abgehende Telefonate: höchstens 30 Sekunden zu Beginn des Telefonats, danach sekundengenaue Abrechnung
  • Ankommende Telefonate: sekundengenaue Abrechnung,
  • Datendienste: kilobytegenaue Abrechnung

Anrufe zur Mobilbox

Für die Umleitung von Anrufen zur Mobilbox dürfen Ihnen keine Kosten verrechnet werden, wenn Sie sich in einem anderen EWR-Mitgliedstaat als Ihrem Heimatstaat befinden. Das heißt, wenn Ihnen ein Anrufer eine Nachricht auf der Mobilbox hinterlässt, ist das für Sie kostenlos. Wenn Sie Ihre Mobilbox allerdings abhören, wird Ihnen dieser Anruf als aktives Telefonat verrechnet.

Erläuterungen zu möglichen Umleitungen finden Sie bei den allgemeinen Informationen zu Roaming. Diese sind am Ende der Seite verlinkt.

Roaming-Info-SMS bei Einreise

Sie müssen bei der Einreise sowohl in EWR-Ländern als auch in Drittländern ein SMS von Ihrem Betreiber mit personalisierten Preisinformationen erhalten. Wenn Sie häufig innerhalb eines kurzen Zeitraums reisen und die Preise in den besuchten Ländern gleich sind, genügt es, wenn Sie einmal innerhalb der Abrechnungsperiode informiert werden.

Kostengrenze für Datenroaming

Sie können bei Ihrem Betreiber ein Höchstentgelt für Datenroaming festlegen. Diese Kostengrenze darf ohne Ihre Zustimmung nicht überschritten werden.

Jeder Betreiber muss eine Kostengrenze bei höchstens 60 Euro anbieten. Alternativ kann Ihr Betreiber auch weitere Höchstgrenzen zur Auswahl stellen.

Wenn dieses Limit eingestellt ist, darf Ihnen ohne Ihr Zutun nicht mehr als das gewählte Limit verrechnet werden. Sie erhalten eine Nachricht nach Verbrauch von 80 Prozent des Höchstbetrags und eine weitere Nachricht bei Verbrauch des von Ihnen gewählten Höchstbetrages. In dieser Nachricht steht, was Sie tun müssen, um Datenroaming weiter nutzen zu können. Ansonsten werden Datendienste im Ausland bis zum Ende Ihrer Rechnungsperiode gesperrt.

Diese Regelung gilt weltweit. Das Kostenlimit von 60 Euro ist bei österreichischen Betreibern in der Regel voreingestellt.

Wahl eines alternativen Roamingtarifs

Bei einigen Betreibern können Sie sich bewusst für einen speziellen Roamingtarif bzw. ein Roamingpaket entscheiden. In diesem Fall gelten die jeweils vereinbarten Entgelte.

Bei Wahl eines alternativen Roamingtarifs muss Sie Ihr Betreiber darüber informieren, welche Vorteile Sie im Gegensatz zu den regulierten Tarifen verlieren, wenn Sie diesen Tarif wählen.

Ein Wechsel zu einem alternativen Roamingtarif und zurück zu den regulierten Tarifen muss jederzeit, kostenlos und innerhalb eines Tages durchgeführt werden. Eine anfängliche Mindestvertragsdauer von zwei Monaten ist jedoch zulässig, sodass möglicherweise nach Abschluss Ihres alternativen Roamingvertrages dieser erst nach Ablauf der ersten zwei Monate gekündigt werden kann.

Tipp: Prüfen Sie vor einer Reise ins Ausland, welcher Roamingtarif bzw. welches Roamingpaket für Ihren Vertrag gilt. Lesen Sie dazu Ihren Vertrag oder fragen Sie bei der Servicehotline Ihres Betreibers nach!

Wichtige Ausnahme: Roaming auf Schiffen und in Flugzeugen!

Die Regelungen der Roaming-Verordnung gelten nicht auf Schiffen und in Flugzeugen.

Auf Kreuzfahrtschiffen und Langstreckenflügen werden oft eigene Roamingnetze angeboten. Die Benutzung dieser Netze unterliegt nicht der Roaming-Verordnung, somit gelten keine Höchstgrenzen.

Abschaffung der Roamingaufschläge ab (voraussichtlich) 15. Juni 2017

Das Ziel der Roamingverordnung ist es, die Roamingaufschläge ab 15.6.2017 gänzlich abzuschaffen. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt der Kunde sein nationales Nutzungsverhalten im EU Ausland ohne zusätzliche Aufschläge zum nationalen Preis anwenden kann. Eingeschränkt wird dies nur durch eine angemessene Nutzung, die so genannte „Fair Use Policy”. Wie diese genau ausgestaltet sein wird, hat die Europäische Kommission in einem Gesetzgebungsakt bis zum 15.12.2016 festzusetzen.

Voraussetzung für die Abschaffung der Roamingentgelte ist die Tragfähigkeit der Abschaffung dieser und dass bis zu diesem Zeitpunkt die derzeit beobachteten Fragen auf den Großkunden-Roamingmärkten geklärt sind. Roamingpreise sollen an das inländische Preisniveau des jeweiligen Mitgliedstaates der Europäischen Union angepasst werden. Durch die Änderungen der Roamingverordnung soll das Prinzip von „Roam like at Home” (RLAH) verwirklicht werden. Das bedeutet, dass die Nutzung mobiler Dienste in einem anderen Mitgliedstaat des EWR als des Heimatlands genauso genutzt werden können sollen wie im Heimatland.

Folgende Begriffe finden Sie im Glossar: Betreiber, Datenroaming, Kilobyte (kB), SMS, Taktung
Unter diesen Links finden Sie nähere Informationen zu den Themen:

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